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Mangelware Nordseegarnele : Krabbenbrötchen für 9,50 Euro – Darum sind sie so teuer

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Die beliebte Garnelenart ist jahreszeitlich bedingt knapp und das treibt den Preis. Hauptfangsaison ist im Herbst.

Cuxhaven/Büsum/Wilhelmshaven | Nordseekrabben sind derzeit knapp und teuer. Die Fischer im Wattenmeer finden aktuell nur wenig Garnelen in ihren Netzen. „Die Krabben-Knappheit ist jahreszeitlich bedingt“, sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischerei (EzDK), Dirk Sander, am Donnerstag in Cuxhaven. Die großen Krabben vom vergangenen Winter seien nicht mehr da, die neue Generation müsse noch wachsen. „Von Anfang Mai bis Mitte Juli ist immer eine flaue Zeit“, sagte Sander. „Das ist Natur, da können wir nichts machen.“

Die Krabbenfischerei hat im Norden Tradition. Unumstritten ist sie nicht. Im Schnitt werden von der schleswig-holsteinischen Flotte jährlich etwa 6000 Tonnen Krabben angelandet, heißt es aus dem Ministerium. Im Jahr 1990 waren es nur 2286 Tonnen.

Großhändler bezahlen den Fischern aktuell knapp elf Euro pro Kilogramm gepulter Krabben, wie Sander sagte. Feinschmecker müssen für ein Krabbenbrötchen zum Teil bis zu 9,50 Euro hinlegen.

Hauptfangsaison der Nordseekrabbe (Crangon crangon) ist der Herbst. Auch wenn einzelne Exemplare bis zu drei Jahre alt werden, handelt es sich nach EzDK-Angaben „um einen nahezu einjährigen Organismus“.

Anderen in der Nordsee beheimateten Arten macht es dagegen der Klimawandel einer neuen Studie zufolge schwer: Zum Ende des Jahrhunderts sollen dort deutlich weniger heimische Arten leben.

Mehr als die Hälfte der am Boden lebenden heimischen Fauna verliert ihren Lebensraum, haben Senckenberg-Wissenschaftler in Wilhelmshaven berechnet. Das deutsch-norwegische Forscherteam führt den Artenschwund in Modellrechnungen auf den Klimawandel zurück.

Danach zieht es etwa zwei Drittel der untersuchten Tiere nach Norden, ein Drittel südwärts. Die Forscher gehen davon aus, dass freiwerdende Lebensräume künftig von einwandernden Arten besetzt werden. Aber - ein kleiner Trost für die Fischer -: Krabben werden im Küstenbereich und im Watt bleiben und sich nach Norden ausbreiten, wie die Wissenschaftler im Fachjournal „Estuarine, Coastal and Shelf Science“ erläutern.

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erstellt am 02.Jun.2016 | 13:35 Uhr

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