Mit Karte: Kohlekraftwerke im Norden : Kläger scheitern vor dem OVG gegen Kohlekraftwerk in Stade

<p>Umweltverbände wollen Kohlekraftwerke stoppen, weil sie unter anderem viele Tonnen Quecksilber in die Atmosphäre pusten.</p>

Umweltverbände wollen Kohlekraftwerke stoppen, weil sie unter anderem viele Tonnen Quecksilber in die Atmosphäre pusten.

Der BUND Schleswig-Holstein hält grünes Licht für das Kohlekraftwerk für eine „katastrophale Entscheidung“.

shz.de von
28. September 2017, 17:33 Uhr

Stade | Das erste Kernkraftwerk, das nach dem Atomausstieg der Bundesregierung stillgelegt worden war, ist das von 1972 bis 2003 in Stade (Niedersachsen) betriebene. Nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt will nun der Chemiekonzern Dow ein Kohlekraftwerk mit einer Leistung von 900 Megawatt errichten - trotz des langfristig von der Politik geplanten Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen.

Gegen die Pläne in Stade klagte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und eine Anwohnerin. Sie verloren jetzt vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. Die Planungen dürfen fortgesetzt werden. Die Richter sind der Auffassung, die Stadt habe Lärmschutz, mögliche Störfälle, natur- und wasserrechtliche Vorschriften sowie das Raumordnungsrecht ausreichend berücksichtigt.

Gebaut werden soll ein sogenanntes integriertes Industriekraftwerk, in dem auch andere Energieträger als Kohle genutzt werden sollen, darunter Biomasse und Wasserstoff. Der Chemiestandort Stade brauche eine zukunftssichere Energieversorgung für Elektrizität und Wärme, hatte die Stadt betont.

Eine Karte zeigt die Kohlekraftwerke im Norden Deutschlands.

Quellen: Greenpeace und Umweltbundesamt

Schleswig-Holsteiner haben die Proteste auf der anderen Seite der Elbe mitgetragen. BUND-Kreisgruppen in Steinburg und Pinneberg kämpften mit gegen die Pläne. Als „katastrophale Entscheidung“ bezeichnet BUND-Landesgeschäftsführer Ole Eggers das Urteil. Eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht ist nicht zugelassen, dagegen können die Kläger aber Beschwerde einlegen. Das Urteil werde nun genau geprüft (Aktenzeichen: 1 KN 168/15 und 1 KN 197/15).

Seit Jahren kämpft auch Greenpeace dafür, aus der Stromproduktion mit Steinkohle ebenso wie aus der mit Braunkohle auszusteigen. Vor allem vor den Gefahren durch das  Schwermetall Quecksilber, das in großen Mengen in die Atmosphäre gelangt, warnt Greenpeace immer wieder.

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