Kieler Hafen: Mehr Passagiere, mehr Güterumschlag

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15. Januar 2015, 12:36 Uhr

Vom Boom in der Baubranche profitiert auch der Seehafen Kiel. Weil immer mehr Split aus Skandinavien – zum Beispiel für den Autobahnbau – in Kiel umgeschlagen wird, konnte Hafenchef Dirk Claus gestern eine positive Bilanz für 2014 vorlegen. Der Einbruch im Russlandgeschäft, bedingt durch Sanktionen und den damit einhergehenden Verfall der russischen Währung wird kompensiert durch das deutliche Plus im Massengutverkehr. Aber auch auf den Fährlinien nach Göteborg und Oslo läuft es gut. Insgesamt wuchs der Güterumschlag um 1,6 Prozent auf 6,43 Millionen Tonnen. Die Zahl der Passagiere nahm um 1,9 Prozent auf 1,98 Millionen zu. Erneut glänzt die Colorline mit Rekorden: Sie beförderte 1,16 Millionen Passagiere (plus 5 Prozent). Auch die Stenafähren gen Schweden sind gut im Geschäft. Hier stiegen die Passagierzahlen um fünf Prozent auf 380  000. Der Frachtbereich legte um sieben Prozent zu. Erfreulich für die Reederei: Der Autokonzern Volvo wird ab sofort wieder die Verteilung seiner Neuwagen in Norddeutschland über Kiel abwickeln. Das Kreuzfahrtgeschäft entwickelt sich stabil. Die Zahl der Schiffe geht 2015 leicht um sechs auf 121 zurück, dafür werden die „Pötte“ noch dicker (plus 17 Prozent bei der Bruttoraumzahl BRZ). So bescheren noch mehr Touristen Schleswig-Holstein eine Wertschöpfung von geschätzt 40 Millionen Euro (Shopping, Sightseeing). Die Aussichten für 2015 sind nicht schlecht. Mit Zuwächsen wird jedoch nicht gerechnet, weil mehrere Schiffe, die Kiel regelmäßig anlaufen, für jeweils drei Wochen in die Werft müssen. Dort werden sie umgerüstet, um die neuen Dieselnormen zu erfüllen. Noch ist unklar, wie sich die strengen Umweltauflagen auf den Schiffsverkehr auswirken. Die Umstellung von Schweröl auf Schiffsdiesel wird zwar durch den aktuellen Preisverfall beim Öl erleichtert, doch davon profitieren auch Spediteure, die Güter auf dem Landweg transportieren. Befürchtet wurde im Vorwege deshalb einen massive Verlagerung der Güterströme„ from sea to road“.

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