Kieler Experten warnen vor steigenden Preisen

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13. März 2014, 16:42 Uhr

Die deutsche Wirtschaft steuert auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zu. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose für 2014 von 1,7 auf 1,9 Prozent angehoben. Für 2015 sei unverändert mit 2,5 Prozent Wachstum zu rechnen, teilte das IfW gestern in Kiel mit. Gleichzeitig warnen die Forscher vor Inflationsgefahren. Bereits 2015 dürfte sich die beginnende Hochkonjunktur in höheren Teuerungsraten bemerkbar machen, heißt es in der Analyse.

Damit positioniert sich das Institut in der Diskussion um eine drohende Deflation in Europa. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem ausgeprägten Rückgang der Preise auf breiter Front kommt, ist unserer Einschätzung nach gering“, heißt es. Der Rückgang der Inflation im Euroraum von drei Prozent im Herbst 2011 auf unter ein Prozent heute sei zu einem erheblichen Teil auf kurzfristig wirksame Einflüsse und statistische Basiseffekte zurückzuführen sowie auf den stärkeren Eurokurs, der die Importpreise dämpfe. Die gegenwärtig geringe Inflation werde bald wieder anziehen. Positiv schätzt das IfW die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ein. Der Beschäftigungsaufbau setze sich beschleunigt fort; die Arbeitslosigkeit gehe wieder zurück. Die effektiven Pro-Kopf-Löhne dürften so kräftig zulegen wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle korrigiert seine Konjunkturprognose trotz Risiken aus der Krimkrise nach oben. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 2 Prozent zulegen, sagten die Ökonomen in Halle. Die Konjunktur in Deutschland gewinne an Schwung, hieß es zur Begründung. Das Institut betonte jedoch, weitergehende Sanktionen im Zuge der Krimkrise könnten der Konjunktur in Westeuropa erheblichen Schaden zufügen.

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