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Sky-Supermärkte : Kieler Coop macht gemeinsame Sache mit Rewe

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Coop will sein operatives Geschäft in ein neues Gemeinschaftsunternehmen übertragen. Es geht vor allem um die 200 Sky-Märkte.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 20:08 Uhr

Kiel | Für Schleswig-Holsteins Lebensmitteleinzelhandel könnte es eine Zäsur bedeuten und die Gewichte auf dem Markt verschieben: Die Kieler Genossenschaft Coop will sein operatives Geschäft komplett in ein neues Gemeinschaftsunternehmen übertragen – ein Joint-Venture mit dem Handelsriesen Rewe. Das kündigten beide Unternehmen am Mittwoch an. „Belieferung und der Vertrieb des kompletten Lebensmitteleinzelhandelsnetzes“ von Coop sollen demnach künftig über diese neue Gesellschaft erfolgen. Konkret betroffen wären davon vor allem die 200 Sky-Märkte, die die rund 75.000 Mitglieder zählende Genossenschaft in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie in Niedersachsen Brandenburg betreibt.

Eine Supermarktübernahme hatte vor Kurzem für Aufsehen gesorgt: die Übernahme Kaiser's Tengelmann durch Edeka. Kritiker befürchten, dass die Vormachtstellung einer Kette damit stark ausgebaut wird und sich das am Ende auch in höheren Preisen ausdrückt.

In den vergangenen Jahren sind beide Unternehmen immer dichter aneinander gerückt. Seit 2007 hält Rewe eine stille Beteiligung an Coop, die 2011 nochmals erhöht wurde. Zudem übernahm Rewe vor sieben Jahren 39 Sky-Märkte.

Ganz freiwillig erfolgt die verstärkte Kooperation dem Vernehmen nach nicht. Einem Bericht der „Lebensmittelzeitung“ zufolge sollen die Banken auf das neuerliche Joint-Venture bestanden haben. Zuletzt lief es bei der Kieler Konsumgenossenschaft, die noch immer als einer der größten privatwirtschaftlichen Arbeitgeber im nördlichsten Bundesland gilt, wirtschaftlich nämlich nicht mehr optimal. 2014 und auch 2013 standen Millionenverluste in den Büchern. Wie sich die Situation seitdem entwickelt hat, ist unklar. In der Mitteilung beider Unternehmen wird der Schritt jedoch explizit mit der „nachhaltigen Sicherung“ von Coop begründet.

In den vergangenen drei Jahren hat sich das Kieler Unternehmen von diversen Tochter-Unternehmen getrennt, um Geld für seine Neuausrichtung einzusammeln und Verluste zu begrenzen. Die Landbäckereien „Unser Norden“ wurden verkauft, mehrere Sky-Märkte wurden von der Konkurrenz übernommen. Zeitweilig hatte Coop auch für seine Bau- und Gartencenter nach einem Käufer gesucht.

Inwieweit sich der neue Schritte sichtbar beim Angebot in den Regalen zeigen wird, wollte eine Unternehmenssprecherin nicht sagen. Sie verwies darauf, dass die gemeinsame Unternehmung „unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Unternehmensgremien sowie des Bundeskartellamtes“ stehe.

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