zur Navigation springen

Keine Hilfe vom Land für Prokon

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2014 | 16:30 Uhr

In der Existenzkrise von Prokon kann das Land nach den Worten von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) kaum helfen. Die Anleger-Struktur mit etwa 75 000-Genussrechte-Inhabern erschwere dies, sagte der Regierungschef gestern nach einer Kabinettssitzung.

„Es ist schwierig, bei diesem Finanzierungsmodell ordnungspolitisch sauber einzugreifen, auch weil übermäßige Transparenz nicht vorhanden ist.“ Bei dem Finanzierungsmodell gebe es keine Hausbank, die man ansprechen und keine Kredite, die man absichern könne. Die Lage des Unternehmens sei vielleicht auch der „Preis des Weges, den man gewählt hat“. Den sehr erfolgreichen realwirtschaftlichen Bereich von Prokon – dazu gehört insbesondere der Bau von Windparks – wolle die Landesregierung aber positiv begleiten.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte, es habe Freitag Gespräche zwischen Staatssekretär Ralph Müller-Beck und Prokon gegeben. „Das Finanzierungskonzept ist kompliziert und nicht einfach nachzuvollziehen, wir haben aber eine Beratung vorgenommen.“ Auf die Frage, ob es eine Einschätzung des Ministeriums zur Insolvenz-Fähigkeit des Unternehmens gebe, sagte Meyer: „Ja, aber die werde ich nicht öffentlich kundtun.“

In der Windenergie-Branche wird offenbar mit dem Ende von Prokon spekuliert. So will die Süddeutsche Zeitung aus Branchenkreisen erfahren haben, dass es Interessenten für die Übernahme von Prokon-Windparks gibt: „Gleich mehrere deutsche und internationale Unternehmen können sich offenbar einen Einstieg in Projekte vorstellen.“

Angst um den eigenen Job äußern Mitarbeiter, niemand möchte aber seinen Namen nennen. Auch wenn ein großer Korpsgeist unter den Angestellten herrscht und sie an eine Zukunft bei Prokon glauben wollen, ist ungewiss, wie viele der 236 Arbeitsplätze in Itzehoe bei einer möglichen Insolvenz gerettet werden können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert