Keine Einigung zwischen Kik und den Textilbrandopfern

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18. Juli 2014, 15:18 Uhr

Fast zwei Jahre nach einem Brand mit 255 Toten in einer pakistanischen Textilfabrik sind Gespräche über eine Entschädigung für Angehörige und Überlebende gescheitert. Der deutsche Textildiscounter Kik sei nicht bereit, über eine langfristige Wiedergutmachung zu verhandeln, sagte der Opferanwalt Faisal Siddiqi gestern in Berlin. Kik wolle nicht mehr geben als die eine Million US-Dollar an Soforthilfe (rund 740 000 Euro), die an die Betroffenen bereits ausbezahlt worden sei. Das sei bei einem Treffen von Unternehmensvertretern mit der pakistanische Arbeitsrechtsorganisation Piler am Mittwoch in Berlin klar geworden. Piler vertritt die Interessen der Opfer, zu denen auch 55 verletzte Überlebende des Brandes gehören. Kik war der Hauptabnehmer der Kleidung aus der Textilfabrik Ali Enterprises in Karachi, die am 11. September 2012 in Flammen aufging. Piler und die Menschenrechtsgruppe ECCHR sehen bei Kik eine Mitverantwortung für den Brand und seine Folgen. Der Brandschutz in dem Gebäude war unzureichend. Nach einem Kurzschluss breitete sich das Feuer schnell aus, die Notausgänge waren verschlossen.

Das Unternehmen Kik vertrat die Ansicht, „dass wir durch die Zahlung von einer Million US-Dollar sowohl zur kurzfristigen als auch zur langfristigen Unterstützung der Betroffenen bereits einen anteiligen Beitrag geleistet haben“. So sei es 2012 in einer Vereinbarung mit Piler festgehalten worden. Künftige Hilfen müssten „von einer breiten Allianz getragen und gemeinsam ermittelt werden“, hieß es gestern in einer Kik-Stellungnahme. Siddiqi forderte das Unternehmen hingegen auf, über langfristige Entschädigungen zu verhandeln. Dazu habe sich Kik in der Vereinbarung von Dezember 2012 verpflichtet. Wenn Kik dazu nicht bereit sei, könnte eine Klage wegen Vertragsbruchs vor einem deutschen Gericht der nächste Schritt sein.

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