Karstadt will bei der Verwaltung den Rotstift stärker ansetzen

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28. Januar 2015, 13:47 Uhr

Bei der krisengeplagten Warenhauskette Karstadt drohen weitere Einschnitte in der Verwaltung. „Wir werden all das weiter reduzieren, was nicht unmittelbar unseren Kunden einen Nutzen bringt – wie zum Beispiel unnötige Verwaltungsfunktionen und Doppelarbeiten“, kündigte der Karstadt-Arbeitsdirektor und Finanzchef Miguel Müllenbach laut einem WAZ-Bericht in Essen an. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Nach Einschätzung des Betriebsrats sei ein Viertel der rund 1700 Stellen in der Essener Hauptverwaltung des Unternehmens in Gefahr, berichtete die Zeitung. Zuvor hatte das Unternehmen bei einer Betriebsversammlung die Beschäftigten informiert. Es gebe aber noch keine konkreten Entscheidungen, hieß es weiter unter Berufung auf Konzernkreise.


1100 Verkäufer sollen nur noch Regale einräumen


Um Verwaltungsaufgaben zu bündeln, sei auch die Einführung von sogenannten „Kopffilialen“ geplant, denen eine Reihe von Karstadt-Häusern untergeordnet werden solle. Als Standort für eine „Kopffiliale“ in NRW sei Köln im Gespräch. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Die Gewerkschaft Verdi kündigte Widerstand gegen mögliche weitere Personalkürzungen an. „Wir begrüßen es, wenn Strukturen darauf überprüft werden, ob der Kunde im Mittelpunkt steht. Aber die Anzahl der Beschäftigten kann nicht weiter reduziert werden. Das wäre kontraproduktiv“, teilte eine Verdi-Sprecherin auf Anfrage mit.

Verdi hatte zuvor weitere drohende Einschnitte im Verkauf scharf kritisiert. Neben der bereits bekannten Streichung von 2000 Stellen sollen danach weitere 1100 Mitarbeiter von Verkaufsberatern zu Regaleinräumern degradiert werden. Die Betroffenen sollten pro Monat 300 Euro weniger verdienen als bisher, hieß es.

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