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Karstadt-Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 00:35 Uhr

Der überraschende Teilverkauf des Warenhauskonzerns Karstadt an die österreichische Signa-Gruppe sorgt für Alarm bei den Beschäftigten. „Diese Übertragung bedeutet faktisch die Zerschlagung des Unternehmens“, sagte der Karstadt-Aufsichtsrat und Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Arno Peukes, gestern. Investor Nicolas Berggruen habe sein Wort gebrochen, Karstadt als Ganzes zu erhalten.

Peukes kritisierte, bisher fehle noch jede Transparenz, was die neuen Pläne für das Unternehmen und die Mitarbeiter bedeute und ob dadurch Arbeitsplätze in Gefahr seien. Ziel von Verdi sei es nun, bei den Tarifgesprächen einen Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag durchzusetzen. Die Beschäftigten bei Karstadt lebten jetzt seit zehn Jahren in ständiger Unsicherheit, klagte Peukes: „Das Wesentliche ist jetzt, dass die klare Botschaft kommt: Eure Arbeitsplätze bleiben erhalten.“

Bei Handelsexperten stieß der überraschende Coup Berggruens dagehen auf Zustimmung. Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sagte, er sehe in dem Teilverkauf der Luxuskaufhäuser und der Sporthäuser sogar die „letzte Chance für Karstadt“. Die nun angekündigten Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro halte er für „das Minimum, was man braucht, um die Warenhäuser wieder auf die Spur zu bringen“. Allerdings sei ungewiss, ob der Betrag wirklich ausreiche.

Auch der Handelsexperte Manfred Hunkemöller vom Kölner Institut für Handelsforschung sprach von einer „sinnvollen Maßnahme“, wenn das Geld in die verbleibenden Karstadt-Häuser investiert werde. Jörg Funder von der Fachhochschule Worms sprach von einem „schlauen Deal“. Die Warenhäuser bekämen die Möglichkeit, sich neu auszurichten.

Karstadt-Eigentümer Berggruen hatte am Vortag mitgeteilt, dass er die Mehrheit an Filetstücken des Konzerns an die Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko verkaufen wolle. Der Österreicher hält damit künftig 75,1 Prozent der Anteile an den drei Karstadt-Edelkaufhäusern KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg – und an den 28 Sporthäusern des Konzerns.

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