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Wirtschaft

20. August 2017 | 16:05 Uhr

Kampf ums Blaulicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Deutschlands Autobauer setzen auf Sonderfahrzeuge / Polizei- und Feuerwehrautos pflegen das Markenprestige

Mercedes kommt in seiner Werbung direkt auf den Punkt: „Wer einen Notruf absetzt, will keinen Termin für die nächste Woche.“ So bewirbt der Autobauer seinen Rettungswagen Modell Sprinter. Der biete nämlich nicht nur den Patienten Komfort. „Atmung ruhig, Blutdruck stabil – auch beim Fahrer“, so preisen die Schwaben den Rettungs-Sprinter. Das Modell steht exemplarisch für eine gar nicht unbedeutende Nische: Deutsche Autobauer machen mit sogenannten Sonderfahrzeugen durchaus lukrative Geschäfte. Und Autoexperten sehen gerade in den Einsatzfahrzeugen mit Martinshorn und Blaulicht einen Schlüssel für das Markenprestige.

Ob nun Mercedes, BMW oder die Marken des Volkswagen-Konzerns: Alle mischen sie mit bei Streifenwagen, Notarzteinsatzfahrzeugen, Taxis, Feuerwehrdienstwagen, Fahrschulautos und Co – in unterschiedlichen Ausprägungen. Auf dem Taximarkt etwa herrscht viel Bewegung. Mercedes macht zwar keine Angaben zu Taxi-Marktanteilen, eine Sprecherin räumt aber ein, dass „der Markt eine besondere Bedeutung für uns hat“. Laut deutschem Taxi- und Mietwagenverband rangiert Mercedes im Bestand bei rund 60 Prozent. Es folgt Volkswagen, wie Verbandschef Thomas Grätz berichtet: „Mit etwa 20 bis 25 Prozent Marktanteil.“

Bei den konkreten Absatzzahlen für ihre Sonderfahrzeuge schweigen sich die meisten Hersteller aus. Einzig BMW spricht von 2100 Fahrzeugen für 2013. Davon gingen 70 Prozent an die Polizei. Bundesweit sehen sich die Münchner bei einem Marktanteil von zehn Prozent.

Die Signalwirkung solcher Sonderfahrzeuge ist nicht ohne, sagt Autoprofessor Stefan Bratzel. Den Werbewert der Automarken etwa bei den Sympathieträgern Polizei oder Feuerwehr dürfe man nicht zu gering einschätzen, die Mühe lohne dort.

Und ganz offensichtlich funktioniert das Prinzip, dass beispielsweise die Polizei im Daimler-Land Baden-Württemberg eher Mercedes fährt als Wagen der bayerischen Konkurrenz BMW. Andersherum natürlich genauso. „Ich vermute: Da kommen sich beide Seiten entgegen“, sagt Bratzel. Kein Wunder also, dass 1996 der einmillionste Porsche an Baden-Württembergs Autobahnpolizei ging.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 13:46 Uhr

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