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Fabriken wieder geöffnet : Kambodscha: Keine Einigung nach Textilstreik

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Der Streik von Textilarbeiterinnen in Kambodscha bleibt erfolglos - denn die Regierung verweigert eine Lohnverdopplung. Die Arbeit hat indes wieder begonnen.

Phnom Penh | Nach erfolglosen Streiks sind die meisten Textilarbeiterinnen in Kambodscha am Mittwoch wieder an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. „Alle Fabriken sind wieder auf“, sagte Ken Loo, Generalsekretär des Textilherstellerverbandes (GMAC). „90 Prozent der Arbeiterinnen sind zurück.“ Die Arbeiterinnen verlangen eine Verdoppelung des Mindestlohns auf 120 Euro im Monat. Die Regierung hat nur 20 Prozent Erhöhung angeboten.

Nach Angaben des Verbandes arbeiten in mehr als 400 Fabriken 600.000 überwiegend weibliche Beschäftigte. Die Textilindustrie ist mit 3,7 Milliarden Euro Exporterlösen im Jahr mit Abstand die größte Exportindustrie im Land. Unter anderem lassen europäische und amerikanische Marken wie Gap, H&M, Puma und Adidas in Kambodscha produzieren.

Ein Gewerkschaftssprecher bestätigte, dass der Arbeitskampf nach den Zusammenstößen mit der Polizei und fünf Toten am vergangenen Freitag zunächst beendet wurde. „Die Arbeiterinnen sind zurück, aber unsere Forderung bleibt. Wir verhandeln weiter mit den Fabriken und der Regierung“, sagte der Präsident der Textilarbeitergewerkschaft, Ath Thon. „Wenn wir nichts erreichen, streiken wir wieder.“ 

Zehntausende Beschäftigte hatten die Arbeit am 24. Dezember niedergelegt. Viele Fabrikbesitzer schlossen die Fabriken, um weitere Streiks zu verhindern. 80 Prozent der Produktion lag nach Gewerkschaftsangaben vorübergehend still. Die Arbeitgeber haben dabei nach eigenen Angaben fast 150 Millionen Euro verloren.

Die Arbeitgeber und die Regierung sitzen bei den Verhandlungen in einem Boot. Sie fürchten beide nach eigenen Angaben, dass Einkäufer abspringen und Fabrikbesitzer abwandern, wenn Textilien durch höhere Löhne teurer werden.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 13:42 Uhr

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