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Kaffee-Betrug: Bahn will eine Million von Tchibo

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 13:18 Uhr

Die Deutsche Bahn fordert von der Hamburger Einzelhandelskette Tchibo Schadenersatz. „Wir gehen von einem Anspruch gegen Tchibo in Höhe von rund einer Million Euro aus“, sagte Tilman Makatsch, Chef der neuen Sondereinheit der Bahn zur Bekämpfung von Kartellen, der „Rheinischen Post“. Hintergrund sind Preisabsprachen großer Kaffeeröster, die das Bundeskartellamt 2010 aufgedeckt hatte. Die Klage am Hamburger Landgericht sei bereits Ende Dezember eingereicht worden.

Die Bahn ist dem Blatt zufolge mit 250 Tonnen pro Jahr einer der größten Kaffeeabnehmer in Deutschland. Laut „Rheinischer Post“ hat Tchibo einen Bußgeldbescheid des Bundeskartellamts bereits akzeptiert. Ein Sprecher des Kafferösters erklärte, die Schadenersatzforderung liege dem Unternehmen vor. Weitere Einzelheiten wollte er aber wegen des laufenden Verfahrens nicht nennen. Wegen der Preisabsprachen hatte das Kartellamt Bußgelder in Höhe von rund 30 Millionen Euro verhängt. Betroffen waren acht Kaffeeröster, darunter auch Melitta, Jacobs Kaffee, Lavazza, Segafredo und J.J. Darboven.


Bahn: Betrug verursacht Verlust in Milliardenhöhe


Die Bahn hat ein Einkaufsvolumen von 20 Milliarden Euro pro Jahr und fällt immer wieder Preisabsprachen zum Opfer, etwa bei Fahrstühlen und Schienen. Demnächst will sie laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom März auch Klagen gegen mehrere Brauereien einreichen wegen eines Bierkartells. Der Schienen-Konzern hat eine interne Sondereinheit gegründet, um mehr Kartellsünder zur Rechenschaft zu ziehen.

In den vergangenen sieben Jahren sei das Staatsunternehmen um vermutlich mehr als eine Milliarde Euro betrogen worden, sagte der für Compliance zuständige Vorstand Gerd Becht der „Süddeutschen“. Hinzu kämen die Zinsen, die den eigentlichen Schaden teilweise noch überstiegen. Dieses Geld wolle man wieder haben, sagte der Manager weiter.

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