Junge Menschen profitieren vom Arbeitsmarkt im Norden

sh alo 12-2014

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07. Januar 2015, 12:18 Uhr

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein ist intakt. Die Zahl der Arbeitslosen im Land zwischen Nord- und Ostsee ist im Dezember im Jahresvergleich gesehen erneut zurückgegangen. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Bundesagentur für Arbeit gestern veröffentlicht hat. Zugleich zeigt sich auch, dass der Arbeitsmarkt im nördlichsten Bundesland Gewinner und Verlierer kennt.

Profitiert haben in den vergangenen Jahren vor allem junge Menschen. Seit 2005 hat sich Arbeitslosigkeit bei ihnen halbiert. Lag sie 2005 im Jahresdurchschnitt bei 21  500, so die Zahl der 15- bis unter 25-Jährigen ohne Job in 2014 auf 10  600 gesunken. Allein gegenüber 2013 entspricht das einem Rückgang von 13,2 Prozent. Das Nachsehen hatten Arbeitslose im Alter von 55 Jahren und älter. Inzwischen fällt gut jeder Fünfte im Norden in diese Gruppe. Bei ihnen stieg die Zahl im Monatsvergleich um 2,6 Prozent – auf Jahressicht um 2,8 Prozent. Ebenfalls um 2,8 Prozent ist auf Jahressicht die Zahl der ausländischen Arbeitslosen auf insgesamt 12139 im Norden gestiegen. Sie machen inzwischen 12,5 Prozent der Beschäftigungslosen in Schleswig-Holstein aus.

Insgesamt waren im vergangenen Monat 97  200 Männer und Frauen in Schleswig-Holstein arbeitslos gemeldet. Das ist der geringste Dezember-Wert seit 1992 und 5700 Arbeitslose oder 5,5 Prozent weniger als noch im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gegenüber dem Vormonat November gab es 2700 Arbeitslose mehr. „Ein Anstieg der Arbeitslosenzahl ist für den Monat Dezember saisonal typisch“, gibt Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Direktion Nord der Bundesagentur für Arbeit jedoch zu bedenken. Bundesweit sorgte das milde Winterwetter sogar für die niedrigste Dezember-Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung. 2,764 Millionen Erwerbslosen zählte die Bundesagentur für Arbeit – 3,8 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch. Der Ausblick der Agentur-Chefin in Kiel ist weiterhin positiv: „Ich gehe davon aus, dass sich – dem Trend der vergangenen Monate folgend – auch in den kommenden Monaten die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat verringert“, so Haupt-Koopmann. Ihrer Einschätzung nach lässt sich die gute Entwicklung im Norden nur zum kleinen Teil durch den demografischen Wandel erklären. Zuletzt waren vor allem im Handel (4600) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (3900) im Norden zusätzliche Arbeitsplätze entstanden.

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