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Jeder Zweite kauft fair ein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

784 Millionen Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für das gute Gewissen aus

In Deutschland werden immer mehr Produkte aus fairem Handel gekauft. 2013 gaben die Verbraucher 784 Millionen Euro dafür aus, 21 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Geschäftsführer des Forums Fairer Handel, Manuel Blendin, gestern in Berlin bei der Jahrespressekonferenz sagte. Allein in den vergangenen vier Jahren hat sich demnach der Absatz mit fair gehandelten Produkten verdoppelt. Inzwischen kaufe fast jeder zweiter Deutsche fair gehandelte Produkte, sagte Blendin. Dennoch gebe jeder Bundesbürger dafür im Schnitt nur zehn Euro pro Jahr aus.

Kaffee, Kakao oder Schokolade, Kunstgewerbe, Südfrüchte und Blumen zählten bei den deutschen Verbrauchern wie in den Vorjahren zu den beliebtesten Produkten aus fairem Handel. So mache der Absatz von fair gehandeltem Kaffee knapp 36 Prozent am Gesamtabsatz des fairen Handels in Deutschland aus.

Als Grund für das anhaltende Wachstum nannte Blendin das Vertrauen der Verbraucher in den fairen Handel. Immer mehr Menschen sei bewusst, dass der Konsum jedes Einzelnen Auswirkungen auf globale Lieferketten habe, betonte der Geschäftsführer. Hinzu komme, dass fair gehandelte Produkte zunehmend leichter erhältlich seien. So böten immer mehr konventionelle Supermarktketten faire Produkte an.

In der Gastronomie habe es in dem Marktsegment allein von 2012 zu 2013 ein Wachstum von 40 Prozent gegeben. Auch beim Online-Handel habe sich der Absatz fairer Produkte 2013 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Mit einem Anteil von 42 Prozent am Absatz blieben die sogenannten Weltläden, die unter anderem von Kirchengemeinden getragen werden, der bedeutendste Vertriebsweg für den fairen Handel, sagte Blendin.

Scharfe Kritik übte Blendin am geplanten Freihandelsabkommen TTIP, das derzeit zwischen den USA und der EU verhandelt wird. Ziel des fairen Handels sei die Schaffung menschenwürdiger Lebens- und Arbeitsbedingungen bei den Erzeugern in Asien, Lateinamerika und Afrika. „Genau dieses Ziel droht durch das Freihandelsabkommen TTIP torpediert zu werden“, so Blendin. Zu befürchten sei, dass durch das Abkommen die Handelsbeziehungen zu den Ländern des Südens durch neue Hürden erschwert werden und Kleinproduzenten stärker unter wirtschaftlichen Druck geraten. Er forderte, die betroffenen Länder an den Verhandlungen zum Handelsabkommen zu beteiligen.

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