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Jeder Fünfte von Armut betroffen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Europaweit ist die Quote noch höher / Nicht jeder hat täglich eine vollwertige Mahlzeit auf dem Tisch

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 13:16 Uhr

Ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland kann sich unerwartete Ausgaben von mehr als 940 Euro nicht leisten. Auf Urlaubsreisen verzichtet aus finanziellen Gründen gut jeder Fünfte (22 Prozent). Das teilte das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mit. Die Zahlen basieren auf der Erhebung Leben in Europa (EU-SILC) für 2012, die von Selbsteinschätzungen ausgeht. Danach ist fast jeder Fünfte in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Deutschland schneidet im EU-Vergleich jedoch gut ab.

Mehr als 40 Prozent der Menschen innerhalb der Europäischen Union können plötzliche notwendige höhere Anschaffungen oder Reparaturen nicht aus der eigenen Tasche bezahlen. In Deutschland haben den Statistikern zufolge 33,4 Prozent der Befragten ihre Lage so eingeschätzt. Mehr als jedem Dritten (39,6 Prozent) fehlt das Geld für eine Urlaubsreise von wenigstens einer Woche. Noch höher ist der Wert in den süd- und osteuropäischen Staaten. In Griechenland müssen 53 Prozent auf den Urlaub verzichten, in Spanien 47 Prozent, in Italien 51 Prozent. Ganz anders in Norwegen: In dem skandinavischen Land müssen nur sechs Prozent auf ihren Urlaub verzichten.

Für viele EU-Bürger ist jedoch auch schon die Ernährung ein Problem. Eine vollwertige Mahlzeit – mit Fleisch, Fisch oder auch vegetarisch – ist in der EU längst nicht für jeden Alltag. Etwa jeder zwölfte Bundesbürger (8,2 Prozent) kann sich dies laut Statistik nicht einmal jeden zweiten Tag leisten. Im EU-Durchschnitt sind es noch weniger Menschen (11,0 Prozent).

Ein Auto ist für 7,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland finanziell nicht drin. Dieser Anteil ist seit 2008 (5,1 Prozent) kontinuierlich leicht gestiegen. 4,8 Prozent der Haushalte gaben an, ihre Miete oder ihre Rechnungen für Versorgungsleistungen nicht rechtzeitig bezahlen zu können. 2008 sagten das noch 5,6 Prozent. Bei den anderen Faktoren der materiellen Entbehrung ist der Anteil der betroffenen Bevölkerung seit 2008 stetig leicht gesunken.

Eine Person gilt nach der EU-Definition als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt.

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