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Wirtschaft

18. Oktober 2017 | 22:57 Uhr

Irland hat wieder Geld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Irland braucht den Rettungsschirm der Eurozone nicht mehr. Als erstes „Programmland“ wagt die grüne Insel den Schritt und will künftig wieder selbstbestimmt regieren und seine Wirtschaft in Schwung bringen. Der einstige Musterknabe war vor drei Jahren als erstes Land unter den Rettungsschirm geschlüpft, weil es die Kosten der Bankenrettung in der Finanzkrise nicht mehr allein bewältigen konnte. Irland geht jedoch auf Nummer sicher: Es hatte schon in den vergangenen Monaten getestet, ob es an den Finanzmärkten wieder genügend Ansehen genießt und verschiedene Anleihen aufgelegt. Diesen Test hat es bestanden, mit diesem Geld kommt das Land bis 2015 aus. Bis dahin soll die Neuverschuldung, derzeit noch bei etwa 7,6 Prozent gemessen am Bruttoinlandsprozent, auf die erlaubten drei Prozent sinken.

Auch wenn dem Land mit der finanziellen Eigenständigkeit ein großer Schritt gelungen ist: Es bleibt noch viel zu tun. Denn der Staat leidet noch unter den Folgen der Bankenrettung, die Staatsverschuldung dürfte im laufenden Jahr sogar wieder auf knapp 125 Prozent steigen, und auch der Privatsektor bleibt hochverschuldet. Spanien möchte es Irland 2014 nachtun: Das Land ist zwar nur ein „halbes Programmland“, weil die Hilfen der Europäer nur den spanischen Banken zugute gekommen sind. Aber anders als in Irland waren es in Spanien nicht nur die Folgen der geplatzten Immobilienblase, die vor allem die Geldhäuser belastet hat. Es gab tiefe strukturelle Probleme. Inzwischen erholt sich die Konjunktur und der Arbeitsmarkt belebt sich. Aber auch hier bleibt noch viel zu tun. Die Europäische Zentralbank wird deshalb noch länger eine lockere Geldpolitik betreiben – aber nur unter der Voraussetzung, dass die Staaten ihre Reformen fortsetzen. Denn am Ende kann die Geldpolitik diese Arbeit den Regierungen nicht abnehmen, sie kann ihnen nur Zeit verschaffen.

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