Innenstädte verlieren Kunden an Online-Handel

shz.de von
27. Januar 2015, 14:07 Uhr

Jeder fünfte Innenstadtbesucher bummelt wegen des wachsenden Online-Angebots heute seltener durch die Einkaufsstraßen als früher. Das ergab eine Umfrage unter 33  000 Kunden in 62 deutschen Städten, die das Institut für Handelsforschung Köln in Berlin vorlegte. Der Kundenschwund trifft demnach große wie kleine Städte gleichermaßen. Branchenvertreter forderten eine gemeinsame Anstrengung von Handel und Politik, um die Anziehungskraft der Innenstädte zu steigern – etwa mit mehr Veranstaltungen wie „Nächten der Museen“ und längeren Öffnungszeiten. Durchschnittlich bewerteten die Befragten ihre Innenstädte mit der Schulnote drei plus, wobei große Städte mit über 500  000 Einwohnern mit 2,5 am besten abschnitten, kleinere unter 25  000 Einwohnern mit 3,0 am schlechtesten. Den Kunden fehlen dort vor allem gute Modeläden und Elektronikmärkte. Galeria-Kaufhof-Chef Lovro Mandac kritisierte, viele Kommunalpolitiker begriffen nicht, wie sehr der Online-Handel ihre Innenstädte bedrohe. Er forderte bessere Verkehrsverbindungen, kostengünstigere Parkplätze und mehr Sicherheit auf den Straßen.

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