Verbraucherpreise : Inflation auf niedrigstem Stand seit Februar 2018

Laut Statistischem Bundesamt steigen die Verbraucherpreise in Deutschland langsamer. /dpa
Laut Statistischem Bundesamt steigen die Verbraucherpreise in Deutschland langsamer. /dpa

Verbraucher müssen fürs Tanken und leichtes Heizöl im Oktober deutlich weniger zahlen als ein Jahr zuvor. Das dämpft den Anstieg der Teuerungsrate insgesamt.

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13. November 2019, 09:44 Uhr

Die Inflation in Deutschland ist weiter auf dem Rückzug. Sinkende Energiepreise drückten die Jahresteuerungsrate im Oktober auf 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Behörde bestätigte damit vorläufige Daten. Es war der niedrigste Stand seit Februar 2018.

Sprit und leichtes Heizöl deutlich billiger

Im September waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 1,2 Prozent gestiegen und im August um 1,4 Prozent. Vor allem gesunkene Energiepreise (minus 2,1 Prozent) dämpften die Entwicklung im Oktober. Deutlich billiger als ein Jahr zuvor waren insbesondere Sprit (minus 7,5 Prozent) und leichtes Heizöl (minus 15,8 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate bei 1,4 Prozent gelegen.

Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte teurer als im Vorjahr

Für Nahrungsmittel mussten Verbraucher insgesamt 1,1 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Auch hier schwächte sich der Preisauftrieb insgesamt ab. Teurer als ein Jahr zuvor waren unter anderem Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte sowie Brot und Getreideerzeugnisse. Gemüse wurde hingegen billiger. Gegenüber September 2019 stiegen die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft leicht um 0,1 Prozent.

Dauerhaft niedrige oder stark sinkende Preise können Wirtschaft bremsen

Die Inflationsrate ist ein wichtiger Gradmesser für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt für den gesamten Euroraum mit seinen 19 Ländern mittelfristig eine Jahresteuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das kann die Wirtschaft bremsen. Angesichts der Konjunktur- und Inflationsentwicklung hatte die EZB ihre Geldpolitik im September weiter gelockert. Eine von Sparern ersehnte Zinserhöhung ist in weite Ferne gerückt.

Der für europäische Vergleichszwecke berechnete Preisindex HVPI für Deutschland, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, lag um 0,9 Prozent über dem Stand von Oktober 2018. Im Euroraum insgesamt hatte sich die Inflation im Oktober ebenfalls weiter abgeschwächt. Nach ersten Daten des Statistikamtes Eurostat lagen die Verbraucherpreise 0,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das ist der niedrigste Anstieg seit November 2016, also seit knapp drei Jahren.

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