In der Falle

till_maj_0539

shz.de von
27. Mai 2014, 16:53 Uhr

Zu früh freuen sollte sich niemand über die sinkende EEG-Umlage. Zum einen sind es vor allem milliardenschwere Liquiditätsreserven, die abgebaut werden und so zum Sinken der Umlage führen – grundsätzlich geändert hat sich also nichts. Zum anderen ist vollkommen offen, wie sich die Preise an der Strombörse in Leipzig in den kommenden Jahren entwickeln. Doch mit ihnen steht und fällt jede mögliche weitere Entlastung. Das EEG ist zweifelsohne ein Erfolgsmodell. Es hat die Energiewende vorangetrieben. Doch die Bundesregierung ist bis heute eine Antwort auf die Frage schuldig geblieben, welche Anreize Produzenten in Zukunft eigentlich haben sollen, wenn die Preise an der Leipziger Strombörse vor allem den Weg nach unten kennen. Gabriel probt bereits die Flucht nach vorn: Mehr Regulierung, noch mehr Prämien. Statt mehr Marktwirtschaft gibt es mehr Staat. Langfristig niedrige Preise für Verbraucher verspricht das nicht – da kann auch die jetzt versprochene Ersparnis von 0,4 Cent je Kilowattstunde nicht drüber hinwegtäuschen.

zur Startseite

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert