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IG Metall schlägt Alarm: Deutsche Werften in Not

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Deutschlands Werften bangen um ihre Zukunft, die Gewerkschaften schlagen Alarm. „Die Betriebe leben von der Substanz, sie brauchen dringend neue Aufträge“, sagte der Bezirkschef der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, gestern bei der Vorstellung der Schiffbauumfrage. Als Schicksalsfrage für die Branche sieht Geiken die Entwicklung der Offshore-Windparks. Eine neue Bundesregierung müsse die Weichen für die Milliardeninvestitionen auf See stellen, von denen die Werften erheblich profitieren würden.

Nach den Angaben der Betriebsräte von 39 norddeutschen Seeschiffswerften war der Auftragseingang zwischen September 2012 und August 2013 erneut rückläufig. Nur jeder fünfte Betrieb konnte neue Orders an Land ziehen. Wie schon im Vorjahr ist kein einziger Containerfrachter darunter. Erfolgreicher waren die Anbieter von Kreuzfahrtschiffen, Megayachten und im Offshore-Segment. Insgesamt aber ist die Auslastung gesunken. Bei den meisten Betrieben reicht das Orderbuch nur noch für Beschäftigung bis 2014 oder 2015.

Auch der Jobabbau hat sich weiter fortgesetzt. Derzeit finden noch 15 800 feste Mitarbeiter Lohn und Brot, fast 1100 weniger als im Vorjahr; 1990 lag die Zahl bei 59 000. Allerdings sind weitere 9900 Beschäftigte auf den Seewerften tätig: 2800 als Leiharbeiter, 7800 mit Werkverträgen.

Trotz des langsamen Niedergangs sei die Werftenbranche für den Norden Deutschlands unverändert von hoher Bedeutung, unterstrich Geiken. So arbeiten in Schleswig-Holstein noch 4500 Menschen im Schiffbau, in Niedersachsen 4800 und in Hamburg 2200. Und es könnten in Zukunft sogar wieder deutlich mehr werden, hoffen die Gewerkschafter. Dann jedenfalls, wenn es zum angekündigten großen Ausbau der Windparks auf hoher See kommt, für den Errichterschiffe, Plattformen und andere maritime Spezialkonstruktionen benötigt werden.

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