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Demografischer Wandel : IG Metall: Betriebe sind schlecht vorbereitet

vom

Die Belegschaften in Unternehmen werden älter. Viele Betriebsräte sagen, dass ihr Unternehmen darauf kaum oder gar nicht reagiere.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2013 | 14:39 Uhr

Hamburg | Die Betriebe der Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland verschlafen nach Ansicht der IG Metall den demografischen Wandel. Bei einer Befragung sagten 70 Prozent aller Betriebsräte, dass ihr Unternehmen kaum oder gar nicht auf die zunehmende Alterung der Belegschaften reagiere. Dabei seien mehr als 30 Prozent der Beschäftigten älter als 51 Jahre, davon sechs Prozent über 61 Jahre. „Die Ergebnisse der Befragung sind ein Alarmsignal“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Die Betriebe müssen dringend handeln. Wir dürfen nicht warten, bis sich die Situation weiter zuspitzt.“ 

Nach Einschätzung der Gewerkschaft fehlt es vor allem an altersgerechten Arbeitsplätzen, aber häufig auch an guten Möglichkeiten zur Altersteilzeit. „Die im Tarifvertrag festgelegte Quote der Beschäftigten in Altersteilzeit von vier Prozent wird vor allem in kleinen und mittleren Betrieben nicht ausgeschöpft“, sagte Geiken. Vielen Betriebsräten fehlten zudem spezielle Arbeitszeitmodelle für Ältere.

Nach der Befragung nutzten nur knapp 70 Prozent der Beschäftigten ihren tariflichen Anspruch auf Leistungen zur Altersvorsorge von 319,08 Euro jährlich aus. „In der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie bleiben dadurch jedes Jahr mehr als zehn Millionen Euro für die Altersvorsorge ungenutzt“, sagte Geiken. „Die Beschäftigten müssen ihre tariflichen Ansprüche beim Arbeitgeber geltend machen. Daran werden wir unsere Mitglieder nochmals erinnern.“ Zudem existiere nur in 60 Prozent der Unternehmen eine betriebliche Altersvorsorge.

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