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HSH Nordbank setzt auf Wind- und Solarprojekte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2014 | 18:17 Uhr

Der Rückenwind ist zurück: Nach der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) spürt die HSH Nordbank anziehende Investitionen im Bereich der Windenergie. Im laufenden Jahr rechne die Bank mit einem Neugeschäft bei Wind, Sonne und Co. von insgesamt 850 Millionen Euro, sagte der Leiter des Bereichs Erneuerbare Energien, Lars Quandel, gestern. Das entspräche einem Plus um fast sechs Prozent gegenüber 2013. Insgesamt umfasst das Portfolio der Erneuerbaren Energien bei der gemeinsamen Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein gut 3,5 Milliarden Euro. Das norddeutsche Geldhaus ist damit einer der drei führenden Finanzierer von Wind- und Solarprojekten in Europa, der Marktanteil liegt bei rund zehn Prozent.

Die Nordbank finanziert Projekte alternativer Energieerzeugung mit Schwerpunkt in Deutschland, Frankreich und Skandinavien. Infolge der langen Verunsicherung von Investoren hierzulande vor der EEG-Novelle sei der Anteil der Windgeschäfte am HSH-Portfolio zuletzt gesunken, so Quandel. Nach Schaffung klarer Regeln für die Vergütung von Windstrom in diesem Jahr erwarten die Nordbanker, dass Windenergie-Projekte perspektivisch wieder mehr als 60 Prozent des Geschäftsfeldes ausmachen werden. Etwa ein Drittel der finanzierten Projekte entstehen in Deutschland, zwei Drittel in anderen Märkten Europas, so Patrick Miljes, Leiter des Unternehmensbereiches Energy & Infrastructure bei der HSH.

Pünktlich zur neuen Weltleitmesse WindEnergy in Hamburg hat die Nordbank mit einer Branchenstudie die Wachstumschancen der Windindustrie ausgelotet. Das Ergebnis sei erfreulich, bilanzierte Miljes. Nach der Studie wird der Windmarkt in Europa bis 2018 um jährlich zehn Prozent zulegen, weltweit liege das Plus noch darüber. Deutschland werde seine Spitzenposition in Europa behaupten, so die HSH-Experten.

Bemerkenswertes enthüllt die Studie zu den Kosten von Windstrom. Der sei bei Windparks an Land (onshore) teilweise schon günstiger als Strom aus Gaskraftwerken. Vor allem aufgrund der fortschreitenden Technik und höherer Effizienz der Turbinen, so Miljes, werde der Preis für Windkraft weiter sinken.

Wegen der Vorzieheffekte vor der EEG-Reform erwarten die HSH-Experten für 2014 einen kräftigen Schub beim Zubau von Windanlagen in Deutschland in einer Größenordnung von mehr als vier Gigawatt; 2015 und 2016 werde sich das Zubau-Volumen bei jeweils deutlich mehr als drei Gigawatt normalisieren. Derzeit sind hierzulande 34 Gigawatt Windleistung installiert. Auch wegen dieser Wellenbewegung formuliert die Bank ein moderates Wachstumsziel. Miljes: „Wir wollen das Neugeschäft bei den Erneuerbaren in den nächsten Jahren bei rund 800 Millionen Euro stabilisieren.“

Dem Geschäft mit den alternativen Energien kommt bei der staatlichen Nordbank besondere Bedeutung zu. Nach der Beinahe-Pleite vor sechs Jahren und der erzwungenen Halbierung der Bilanzsumme sollen die Erneuerbaren einen der wichtigsten Stützpfeiler für die Zukunft bilden. Etwa 50 Mitarbeiter sind bei der Nordbank mit diesem Segment befasst, das die gemeinsame Landesbank von Hamburg aus lenkt.

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