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Bilanz 2013 : HSH Nordbank: Hoffnung auf schwarze Zahlen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Altlasten sorgen für ein verlustreiches Geschäftsjahr 2013 bei der HSH Nordbank. Für 2014 erwartet der Vorstand einen Millionengewinn.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 13:42 Uhr

Hamburg | Das Ergebnis ist katastrophal. 814 Millionen Euro Verlust. Selbst Constantin von Oesterreich sucht einen Augenblick lang nach dem richtigen Adjektiv, als er den versammelten Journalisten im achten Stockwerk der Hamburger Zentrale die Zahl präsentiert. Dann spricht der Vorstandschef der HSH Nordbank es aus – als „sagenhafte 814 Millionen Euro“ betitelt er die Summe. Das ist nicht zu tief gegriffen. Der Mann weiß – diese Zahl ist den Steuerzahlern nicht zu vermitteln. Er versucht es deshalb anders und geht in die Offensive.

Die Altlasten aus der Vergangenheit haben das Ergebnis überlagert, erklärt von Oesterreich. 1,6 Milliarden Euro zusätzliche Risikovorsorge im Kreditgeschäft sei eine „enorme Summe“. Allein 882 Millionen Euro Risikovorsorge für notleidende Schifffahrtskredite belasteten das Ergebnis. Hinzu kamen Steuerrückstellungen von 251 Millionen Euro – darunter auch für hochumstrittene Aktiengeschäfte, bei denen eine Gesetzeslücke ausgenutzt worden war und Steuergutschriften von fast 130 Millionen Euro zu Unrecht vereinnahmt wurden. Und schließlich habe die Wiedererhöhung der Ländergarantie von sieben auf zehn Milliarden Euro durchgeschlagen und sich der Aufwand auf insgesamt 902 Millionen Euro erhöht.

Tatsächlich aber greife das Geschäftsmodell der „Bank als Unternehmer“, konstatiert von Oesterreich. So habe das Neugeschäft im vergangenen Jahr um „erfreuliche“ 12 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro gesteigert werden können. Vor allem Firmen- und Immobilienkunden hätten verstärkt Kredite nachgefragt. Die HSH Nordbank gewinne Marktanteile. Sie mache Fortschritte, die Transformation zur Regionalbank werde sichtbar, erklärt von Oesterreich. So sei seit Ende 2008 die Bilanzsumme von 208 auf 109 Milliarden Euro nahezu halbiert und die Zahl der Mitarbeiter von 4326 auf 2834 um ein Drittel reduziert worden. Der eingeschlagene Weg hin zu effizienten Strukturen, optimierten Abläufen und Kostenreduzierungen werde weiter beschritten. Ob damit in Zukunft auch ein weiterer Stellenabbau gemeint ist, ließ von Oesterreich offen.

Lieber verweist der Bankchef darauf, dass die angespannte Lage in der Schifffahrt ausschlaggebend war für den hohen Verlust des Vorjahres. Schiffskredite im Wert von 21 Milliarden Euro stehen noch in den Büchern der Bank, 16 Prozent davon sind mit Risikovorsorge abgedeckt. Ohne diese Belastungen hätte die Kernbank statt eines Verlustes von 106 Millionen Euro einen Gewinn von 212 Millionen Euro ausgewiesen – was von Oesterreich als weiteren Beleg für ein funktionierendes Geschäftsmodell ansieht. Auch bei der Kapitalisierung sieht von Oesterreich die Bank auf solidem Niveau. So liege die harte Kernkapitalquote nach Basel III derzeit bei 11,7 Prozent.

Zuversichtlich zeigt sich von Oesterreich erst recht für das laufende Geschäftsjahr 2014. Schwarze Zahlen kündigt er an. Allein für das erste Quartal wird ein Gewinn vor Steuern von rund 200 Millionen Euro erwartet. Das Geschäft mit den Schiffsfinanzierungen soll auf rund eine Milliarde Euro zurückgefahren werden. Zugleich soll das Neugeschäft insgesamt um fast 25 Prozent auf 9,4 Milliarden gesteigert werden. Das, so von Oesterreich, sei der Dreh- und Angelpunkt für die Zukunft der Bank. Mit Blick auf das laufende EU-Beihilfeverfahren und den anstehenden Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht kommt es nach Einschätzung des Vorstandschefs darauf an, dass das Neugeschäft groß genug ist. „Wir hoffen, dass wir mit den Ergebnissen 2014 die EU-Kommission überzeugen können, dass wir eine Existenzberechtigung haben“, beschwört der Chef der HSH Nordbank den Erfolg für das angebrochene Jahr.

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