Umsatz steigt um 24 Prozent : Höhere Kosten bei Google machen Investoren Sorgen

Google verdient beim Mutterkonzern Alphabet das Geld, während die anderen Projekte wie Waymo oder Nest unterm Strich Verluste schreiben.
Google verdient beim Mutterkonzern Alphabet das Geld, während die anderen Projekte wie Waymo oder Nest unterm Strich Verluste schreiben.

Google wächst weiterhin schnell - doch das erforderte zuletzt höhere Kosten. Wie gut sich dabei die Videoplattform YouTube und das Geräte-Geschäft schlagen, bleibt weitgehend unklar.

shz.de von
02. Februar 2018, 07:05 Uhr

Bei Google steigen die Kosten - und das macht den Anlegern Sorgen. Der Internet-Konzern überwies im vergangenen Quartal deutlich mehr Geld an Partner-Websites und verbuchte höhere Ausgaben für die Vermarktung eigener Geräte. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel mehr als zwei Prozent.

Die Google-Mutter Alphabet verbuchte wegen der Rückstellung auf Auslandsgewinne nach der US-Steuerreform einen Milliardenverlust im vergangenen Quartal. Der Dachkonzern musste zusätzlich 9,9 Milliarden Dollar (7,96 Mrd Euro) für die Einmal-Abgabe vormerken. Dadurch fielen unterm Strich rote Zahlen von gut drei Milliarden Dollar an. Der Umsatz stieg unterdessen im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 32,3 Milliarden Dollar, wie Alphabet nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Die Aktie war im nachbörslichen Handel zunächst sogar um rund fünf Prozent gefallen. Die Analysten hatten unter anderem mit etwas mehr Umsatz gerechnet.

Google verdient den Großteil des Geldes nach wie vor damit, dass Nutzer auf Werbung im Umfeld der Internet-Suche klicken. Zugleich werden aber auch Anzeigen bei der Videoplattform YouTube immer wichtiger. Und das Cloud-Geschäft bringe inzwischen Umsätze von einer Milliarde Dollar pro Quartal ein, sagte Google-Chef Sundar Pichai. Zugleich macht Google Druck bei Geräten, in denen sein Sprachassistent Google Assistant integriert ist, der mit Amazons Alexa und Apples Siri konkurriert.

Während die eigenen Google-Werbeerlöse von 18 auf 22,2 Milliarden Dollar stiegen, überwies Google den Partnern 6,45 Milliarden Dollar. Das waren 24 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zugleich gelingt es Google weiterhin, die niedrigeren Einnahmen pro Klick auf eine Online-Anzeige (minus 14 Prozent) durch eine deutlich höhere Zahl der Klicks (plus 43 Prozent) mehr als auszugleichen.

Weiterhin ist es so, dass Google bei Alphabet das Geld verdient, während die anderen Projekte wie die Roboterwagen-Firma Waymo oder der Smarthome-Spezialist Nest unterm Strich Verluste schreiben. Google steigerte den operativen Gewinn von 7,9 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 8,8 Milliarden. Das Minus der anderen Bereiche sank in dieser Zeit von rund 1,1 Milliarden Dollar auf 916 Millionen Dollar. Alphabet macht keine Angaben zu Ergebnissen der einzelnen Firmen.

Zum neuen Vorsitzenden des Verwaltungsrates ernannte Alphabet einen früheren Präsidenten der Elite-Uni Stanford, John Hennessy. Der frühere Google-Chef Eric Schmidt hatte die Führung des Kontrollgremiums im Dezember abgegeben. Hennessy war bereits 2004 in den damaligen Google-Verwaltungsrat eingezogen.

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