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Deutscher Baukonzern : Hochtief würde für Donald Trump die Mexiko-Mauer bauen

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Der Konzern setzt auf das Geschäft in den USA. Hochtief erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Umsatzes in Nordamerika.

Essen/Düsseldorf | Nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump hofft der Baukonzern Hochtief auf noch bessere Geschäfte in den USA. Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes schloss am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf auch eine Beteiligung an dem von Trump angekündigten Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko nicht aus. „Ist es vorteilhaft für uns und ist es unser Markt, dann bieten wir für alles“, sagte er. Interesse habe Hochtief jedoch vor allem an Infrastrukturprojekten wie etwa Verkehrswegen.

Der Konzern Hochtief gehört mehrheitlich der spanischen ACS-Gruppe und ist in den USA über die Tochter Turner führend im gewerblichen Hoch- und Verkehrswegebau. Dennoch sind zwei Dinge offen: Wird die Mauer überhaupt gebaut? Und wenn ja, würde aufgrund der Abschottsungspolitik von Donald Trump ein vorwiegend ausländisches Unternehmen den Zuschlag für die Errichtung bekommen?

Der Essener Konzern hatte im zurückliegenden Jahr mit 10,9 Milliarden Euro mehr als die Hälfte seines Umsatzes von 19,9 Milliarden Euro in Nordamerika erzielt, überwiegend in den USA. 2016 hatte das Unternehmen in seinem Amerika-Geschäft die Auftragseingänge bereits um 26 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro steigern können. Neu in die Bücher kamen unter anderem Aufträge für ein Stadion und ein Flughafenprojekt in Los Angeles sowie für eine Brücke in Texas.

Vor allem das internationale Geschäft hat bei Hochtief im abgelaufenen Geschäftsjahr für einen Gewinnsprung gesorgt. Unter dem Strich kamen beim mehrheitlich zum spanischen Baukonzern ACS gehörenden MDax-Unternehmen 321 Millionen Euro in die Kasse, ein Plus von 54 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Hintergrund waren gute Ergebnisse der Töchter in Australien und den USA sowie ein weiterer Sparkurs, der die Gewinnmargen nach oben trieb. Der Umsatz ging aufgrund von Anteilsverkäufen in Australien um 5,6 Prozent zurück.

Hochtief peilt aufgrund der guten Aussichten für 2017 ein Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent an. Dazu soll auch Deutschland beitragen, sagte Fernandez Verdes. Allein im vergangenen Jahr habe Hochtief Neuaufträge auf dem Heimatmarkt von mehr als 600 Millionen Euro reingeholt. Der um Sondereffekte wie etwa Zu- und Verkäufe bereinigte Konzerngewinn soll auf 410 bis 450 Millionen Euro steigen. Das wären 13 bis 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zukünftig will Hochtief etwa die Hälfte des Gewinns an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende für 2016 soll um 30 Prozent auf 2,60 je Aktie erhöht werden.

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erstellt am 28.Feb.2017 | 13:56 Uhr

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