Hochsee-Windparks mit stürmischem Wachstum

Deutschland rückt auf Rang drei in Europa vor – auch dank des Ausbaus vor Schleswig-Holsteins Westküste

shz.de von
15. Januar 2015, 14:04 Uhr

Der Ausbau der Meereswindparks kommt richtig in Schwung: In diesem Jahr werden auf der deutschen Nord- und Ostsee voraussichtlich viermal so viele Anlagen ans Netz gehen wie im vergangenen. Dabei war schon 2014 ein Rekordjahr. Das geht aus Zahlen hervor, die die Stiftung Offshore Windenergie sowie der Bundesverband Windenergie, die Windenergie-Agentur WAB sowie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) gestern in Berlin vorgelegt haben.

Die installierte Leistung auf den deutschen Meeren steigt demnach von gut einem halben Gigawatt in 2013 über ein Gigawatt in 2014 auf rund drei Gigawatt in diesem Jahr. Das entspreche dann der Leistung von zwei Atomkraftwerken. Das Ausbauziel der Bundesregierung von sechseinhalb Gigawatt bis zum Jahr 2020 könne „auf jeden Fall erreicht werden“, sagte Norbert Giese vom VDMA. Mit den 142 neu angeschlossenen Anlagen in 2014 habe Deutschland jetzt bei der Leistung aus Offshore-Windkraft das Nachbarland Belgien überholt und liege in Europa hinter Großbritannien und Dänemark auf Platz drei. Insgesamt stehen derzeit gut 540 Rotoren auf der deutschen Nord- und Ostsee – davon liefern schon knapp die Hälfte Strom.

Auch vor Schleswig-Holsteins Küste gingen im abgelaufenen Jahr die ersten drei Windfarmen ans Netz: Während im Offshore-Park „Meerwind Süd-Ost“ bereits sämtliche 80 Anlagen Energie fürs Festland einspeisen, sind es bei „Nordsee Ost“ und „Dan Tysk“ bisher nur ein Teil der Rotoren. In diesem Jahr sollen aber auch dort alle Windräder den Betrieb aufnehmen. Außerdem sollen mit „Butendiek“ und „Amrumbank West“ zwei weitere Parks vor der Westküste mit der Stromerzeugung beginnen (siehe Grafik).

Dass die Meereswindkraft in Deutschland nach großen Anlaufschwierigkeiten nun endlich Tritt gefasst hat und weiter expandieren will, erklärte Klaus Meier vom WAB mit der neu gewonnenen Rechtssicherheit durch die Verabschiedung des reformierten Erneuerbare-Energien-Gesetzes und mit der besser gewordenen Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber Tennet. „Die Investoren haben wieder Vertrauen in den Industriestandort Deutschland gefunden“, sagte Meyer. Daher gebe es schon wieder neue Investitionspläne im Umfang von vier Milliarden Euro.

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