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Ölpreis-Entwicklung : Heizölpreis aktuell günstig – der Winter kann kommen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

100 Liter sind rund 25 Euro günstiger als vor einem Jahr. Die Nebenkostenabrechnungen dürften daher niedriger ausfallen. Auch der Dieselpreis tendiert nach unten.

Berlin | Öl erlebt einen neuen Boom. Während Klimaschützer und -politiker den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen fordern, wird so viel Öl gefördert und verbrannt wie noch nie. Tag für Tag werden nach einer Prognose der US-Energiebehörde EIA in diesem Jahr 93,6 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl verbraucht. Was klimapolitisch eine Sackgasse sein mag, ist wirtschaftlich kein Problem: Die Produktion liegt mit 95,7 Millionen Barrel ebenso auf Rekordniveau und deutlich über der Nachfrage. „Die faktische Überversorgung des Ölmarktes ist zu einer Ölschwemme geraten“, kommentiert der Marktbeobachter Tecson, ein Hersteller von Tankmesstechnik.

Folglich sind die Ölpreise zuletzt auf immer neue Tiefstände gefallen. Immerhin: Gestern zogen sie leicht an: Die Nordsee-Sorte Brent kletterte auf 44,07 US-Dollar pro Barrel (159 Liter), 93 Cent mehr als am Vortag. Der Preis steht damit auf dem Niveau vom Frühjahr 2009. Ein paar Dollar fehlen noch, dann sind die Preise wieder im Jahr 2004 oder 2005 angekommen. Grund: Die USA fördern immer mehr Öl, die Länder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) halten sich auch nicht zurück, ebenso wenig wie Russland und andere Förderländer. Das Ölkartell ist handlungsunfähig, das Angebot scheint unerschöpflich. Vielleicht kommt bald auch wieder mehr Öl aus dem Iran, wenn die Sanktionen gegen das Land nach der Einigung im Atomstreit zurückgefahren werden. Schon schreiben Bankanalysten von Ölpreisen um die 30 Dollar.

Davon profitieren die Verbraucher in Deutschland und Europa. Entspannt können sich die Benutzer von Ölheizungen die Preisentwicklung anschauen. Nach Angaben des Hamburger Instituts für Wärme und Oeltechnik sank im August der Verbraucherpreis für 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 3000 Litern im Schnitt sogar auf 54,84 Euro inklusive Mehrwertsteuer – fast 25 Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit liegen für Mieter deutliche Rückerstattungen bei der nächsten Abrechnung der Nebenkosten drin. Heizöl ist derzeit deutlich günstiger als Erdgas (73,90 Euro – umgerechnet auf 100 Liter Heizöl).

Ähnlich sieht es bei den Autofahrern mit Diesel-Modellen aus. Ein Liter Diesel kostet ungefähr 1,13 Euro. Der Preis für einen Liter Superbenzin E10 ist zwar auch auf 1,38 Euro je Liter gefallen. Ein weiterer Rückgang der Benzinpreise ist möglich.

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erstellt am 28.Aug.2015 | 08:19 Uhr

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