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Altersvorsorge : Hauskauf lohnt nicht immer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Man muss höllisch aufpassen, wo man investiert.“ Laut Experten sind Immobilienkäufe da sinnvoll, wo die Bevölkerung wächst. In Großstädten kommt es auf den Stadtteil an.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 09:34 Uhr

Eine Wohnimmobilie ist für die Altersvorsorge nicht immer die beste Wahl. Wenn das Eigenheim auf lange Sicht etwas abwerfen soll, muss es in der richtigen Region liegen. Das ergab eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Empirica. Früher sei es dagegen vor allem auf die Lage des Objekts innerhalb einer Gemeinde angekommen. „Man muss höllisch aufpassen, wo man investiert“, sagte der Mit-Autor der Studie, Ulrich Pfeiffer, in Berlin. Sogar in Städten müsse stärker differenziert werden. Manchmal komme es auch nur auf den Stadtteil an. Auftraggeber der Studie „Wohnimmobilien zur Altersvorsorge – Worauf muss man achten?“ ist das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA), das von der Deutschen Bank und der Zurich Gruppe Deutschland getragen wird.

Investitionen lohnen sich in den „LILA-Lagen“, wo die Landschaft schön, die Infrastruktur gut, die Lebensqualität hoch und das Arbeitsangebot reichlich ist. „Das muss nicht immer im Westen sein und es sind nicht nur die Städte. Auch im Osten, auf dem Land und in Kleinstädten gibt es gute LILA-Lagen“, sagt der zweite Autor, Dr. Reiner Braun.

In Deutschland werde die Nachfrage nach Wohnungen von 2020 an insgesamt sinken. In einigen Ballungszentren wachse die Zahl der Privathaushalte aber weiter. Der Prognose zufolge werden dort künftig eher Ein- und Zweifamilienhäuser als Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gesucht.

Die vergangenen 30 Jahren hätten bei den Immobilienpreisen immer wieder Auf- und Abschwungphasen gezeigt, sagte Braun. Ebenso hätten sich die Mieten in Zyklen mal schwächer, mal stärker erhöht. Heute steige die Nachfrage aber nicht mehr überall.

Weiter wachsen wird – auch nach 2020 – die Zahl der Haushalte in Wachstumsregionen wie München und Berlin und mit ihr wohl auch die Immobilienpreise. In Regionen, in denen die Bevölkerungszahl schrumpfe, seien „anspruchsvolle Nischenprodukte“ für Familien, Senioren oder Singles gefragt. Die Studie hat das Phänomen der „Schwarmstädte“ ausgemacht. 20- bis 35-Jährige konzentrierten sich heute stärker auf bestimmte Städte als früher. Leipzig sei ein aktuelles Beispiel dafür. Innerhalb der Städte vollziehen sich zeitgleich unterschiedliche Trends, wie die Studienleiter beobachtet haben. Es entwickelten sich angesagte innerstädtische Familienviertel, traditionelle Familiengebiete am Stadtrand, Studentenviertel und Arbeiterkieze.

Trotz der stark gewachsenen Nachfrage, so ein weiteres Fazit der DIA-Studie, ist am deutschen Wohnungsmarkt noch keine Preisblase entstanden. „Tatsächlich sind heutzutage Eigentumswohnungen eher preiswerter als vor rund zehn Jahren, die Fertigstellungen weitaus geringer und der Anteil neuer Wohnungsbaukredite am Bruttoinlandsprodukt nur geringfügig höher“, begründet Braun seine Einschätzung.

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