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Berlin-Brandenburg : Hauptstadtflughafen startet vielleicht erst 2016

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Der zweite Rückschlag für Flughafenchef Mehdorn innerhalb weniger Tage: Erst wird der Testbetrieb am BER gekippt, jetzt muss eine wichtige Rollbahnsanierung verschoben werden.

Potsdam | Der neue Hauptstadtflughafen kann möglicherweise erst 2016 in Betrieb gehen. Das sei bei weiteren unvorhergesehenen Ereignissen zu befürchten, schrieb Flughafenchef Hartmut Mehdorn in einem Brief an die brandenburgische Landesregierung, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Er kritisiert darin die zuständige Luftfahrtbehörde dafür, dass sie die Schallschutzvorgaben für die geplante Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn kurzfristig verschärft und Verzögerungen ausgelöst habe. Der Flughafen verschiebe den Sanierungsbeginn deshalb von diesem Juli in den März 2015.

Noch im Januar hatte Mehdorn versichert, alles für eine Inbetriebnahme des Flughafens im Jahr 2015 zu tun. Doch schon in der vergangenen Woche sagte er den für Juli geplanten Testbetrieb in einem Seitenflügel des Terminals ab. Der Flughafenchef verwies auf mangelnde Unterstützung im Aufsichtsrat.

Die Nordbahn übernimmt der neue Flughafen vom benachbarten alten Flughafen Schönefeld. Sie muss aber saniert werden. Mehdorn will das vor der Inbetriebnahme machen und die Flugzeuge vom alten Flughafen in der Zeit über die neue Südbahn des Hauptstadtflughafens schicken.Dort haben gut 4000 Anwohner-Haushalte aber noch keinen ausreichenden Schallschutz.

Dass die Nordbahn-Sanierung verschoben wird, verkündete am Montag der Brandenburger Flughafen-Koordinator Rainer Bretschneider (SPD) im Sonderausschuss des Landtags. An ihn und an Verkehrsstaatssekretärin Kathrin Schneider ist Mehdorns Brief gerichtet.

Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte dem Land Brandenburg erst kürzlich vorgeworfen, das Flughafen-Projekt mit immer neuen Forderungen zu behindern. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wies das umgehend zurück. Brandenburg wählt im September einen neuen Landtag und legt großen Wert auf Lärmschutz für die Anwohner. Die lärmträchtige Bahnsanierung rutscht nun weit hinter den Wahltermin.

Die obere Luftfahrtbehörde fordert unter anderem, dass die Anwohner sechs Monate Zeit haben, Schallschutzfenster einbauen zu lassen, wenn sie die Bewilligung des Flughafens zur Kostenübernahme haben. Mit dem bisherigen Starttermin für die Sanierung der Nordbahn im Juli ist diese Vorgabe nicht vereinbar. Mehdorns Schreiben zufolge drängt die obere Luftfahrtbehörde auch darauf, DIN-Vorschriften für die Belüftung er Häuser „in sehr umfassender Form zu beachten“.

Mehdorn macht die Behörde für „nicht unerhebliche Verzögerungen“ verantwortlich. „Abschließend weisen wir darauf hin, dass wir mit dieser Verschiebung erneut eine Entspannung auf der Baustelle des Flughafens erzeugen und befürchten, dass beim Eintreten weitere unvorhergesehener Ereignisse, wie in den letzten Monaten, eine Inbetriebnahme erst im Jahr 2016 umsetzbar wäre“, schreibt der BER-Chef.

Bretschneider kündigte im Landtag an, dass die Verhandlungen zwischen Berlin und Brandenburg über mehr Nachtruhe am Flughafen Ende März abgeschlossen werden sollen. „Spätestens Anfang April können wir dann über ein Ergebnis berichten“, sagte Bretschneider. Er wollte sich nicht dazu äußern, welche Forderungen Brandenburg stellt. Der Landtag hatte sich hinter ein Volksbegehren gestellt, dessen Initiatoren ein ausgeweitetes Nachtflugverbot von 22.00 bis 6.00 Uhr fordern.

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erstellt am 24.Feb.2014 | 19:29 Uhr

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