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Hamburger Container-Reederei : Hapag Lloyd rutscht in die roten Zahlen und schmiedet neues Bündnis

vom
Aus der Onlineredaktion

Hapag Lloyd schreibt Verluste, bleibt aber in der Gewinnzone. Die Reederei will sich jetzt mit fünf Konkurrenten zusammenschließen.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 13:42 Uhr

Hamburg | Trotz Sparprogramms ist die Hamburger Container-Reederei Hapag-Lloyd zum Jahresstart wieder in die roten Zahlen gefahren. Grund ist der Preiskampf der Branche. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Verlust von fast 43 Millionen Euro nach einem Gewinn von 128 Millionen ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Freitag in Hamburg mit.

Im Juli 2014 hatte Rolf Habben Jansen den Chefposten bei Hapag Lloyd übernommen. Nach vier verlustreichen Jahren schaffte er es, dass sich das Unternehmen zurück in die Gewinnzone kämpfte. Die erneut schwachen Zahlen schmälern allerdings seine Bilanz.

Die Container-Reederei Hapag-Lloyd will sich nun mit fünf Konkurrenten zu einem neuen Bündnis zusammenschließen. Die neue Partnerschaft mit den Reedereien Hanjin, „K“Line, Mitsui O.S.K. Lines, Nippon Yusen Kaisha und Yang Ming werde den Namen „THE Alliance“ tragen, teilte Hapag-Lloyd am Freitag in Hamburg mit.

Das Bündnis soll alle Ost-West-Fahrtgebiete umfassen und damit die Strecken von Asien aus nach Europa, nach Nordamerika sowie in den Nahen Osten. Die gemeinsame Flotte umfasst den Angaben zufolge mehr als 620 Schiffe mit rund 18 Prozent der weltweiten Kapazität der Containerschifffahrt. Losgehen soll es im April 2017 - zunächst für fünf Jahre. Allerdings müssen die Kartellbehörden in Europa, Asien und Amerika der Zusammenarbeit noch zustimmen.

Unterdessen verhandeln die Hamburger weiter mit der United Arab Shipping Company (UASC) über eine Fusion. Wenn es dazu kommt, soll UASC ebenfalls Mitglied des neuen Bündnisses werden. Die Gespräche verliefen nach Plan, aber es gebe noch keine abschließende Vereinbarung, teilten die Hamburger mit.

Bei einem Gelingen würde sich Hapag-Lloyd in der weltweiten Spitzengruppe der Reedereien behaupten und wieder den fünften Rang einnehmen. Durch Fusionen von Wettbewerbern waren die Hamburger trotz der Übernahme der chilenischen CSAV auf den sechsten Platz zurückgefallen. Eine neue Reederei aus Hapag-Lloyd und UASC würde über rund 230 Schiffe mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Standardcontainern (TEU) verfügen.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) hielt sich Hapag-Lloyd dank Einsparungen und deutlich billigeren Treibstoffs mit knapp fünf Millionen Euro in der Gewinnzone, blieb aber weit unter dem Vorjahresergebnis. Wegen deutlich gesunkener Transportpreise brach der Umsatz um 16 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ein - obwohl die Reederei mehr Container beförderte.

Vorstandschef Rolf Habben Jansen sprach von einem „akzeptablen Ergebnis“ im saisontypisch schwachen ersten Quartal. Er baut auf weitere Einsparungen. Ein Ende 2015 aufgelegtes neues Sparprogramm soll die Kostenbasis des Konzerns in diesem Jahr um einen hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag senken helfen. Auch dadurch soll das Ebit 2016 deutlich steigen. Im vergangenen Jahr hatte es 366 Millionen Euro betragen.

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