„Das Maß ist voll“ : Hans im Glück wirft Peter Pane Fake News vor

Die Burgerkette Hans im Glück und die Lübecker Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH hatten sich 2016 im Streit getrennt.

Die Burgerkette Hans im Glück und die Lübecker Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH hatten sich 2016 im Streit getrennt.

Neues Kapitel im Rosenkrieg der Burgerbrater: Der Chef der Lübecker Paniceus-Gruppe soll gezielt eine falsche Aussage verbreitet haben.

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23. November 2017, 13:16 Uhr

Lübeck/München | Der Streit zwischen den Burgerbratern Hans im Glück und Peter Pane geht offenbar in eine neue Runde. In einer Pressemitteilung wirft Hans im Glück dem Konkurrenten jetzt die Verbreitung von Fake News vor.

Der einst größte Franchisenehmer der Burger-Kette Hans im Glück, die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH unter Geschäftsführer Patrick Junge, und die Hans im Glück Franchise GmbH hatten sich 2016 im Streit getrennt. Die Hans im Glück Franchise GmbH kündigte Junge schließlich. Junge erachtete die Kündigung als unzulässig. Zur Paniceus-Gruppe mit Sitz in Lübeck gehören insgesamt zwölf Burger-Restaurants, unter anderem auch Filialen in Flensburg, Lübeck und Hamburg.

Das ist auch der Anlass für das neue Kapitel im Rosenkrieg zwischen den ehemaligen Vertragspartnern. Junge hat nach Ansicht von Hans im Glück in einer Pressemitteilung vom 7. November dieses Jahres fälschlich behauptet, die ursprüngliche Kündigung des Franchisevertrags sei vom Landgericht München I als unwirksam bezeichnet worden.

Das hätten die Richter aber keineswegs gesagt. Hans im Glück strengte eine einstweilige Verfügung an. Die Richter am Landgericht Frankfurt gaben dem Unternehmen Recht. Hans im Glück legt in einer Pressemitteilung nach: „Paniceus hat damit gezielt eine falsche Aussage getätigt, die auf eine angebliche Entscheidung des Gerichts hindeutet“, lässt sich Johannes Bühler, Geschäftsführer der Hans Im Glück Franchise GmbH, zitieren. Überschrieben ist die Mitteilung mit „Peter Pane verbreitet Fake News“. „Das Maß ist voll“, so Bühler in der Pressemitteilung weiter.

Die juristische Vorgeschichte

Zur Erinnerung: Nach der Kündigung eröffnete Paniceus-Geschäftsführer Patrick Junge unter dem Namen Peter Pane eine eigene Burgerkette, das Angebot besteht wie bei Hans im Glück im Wesentlichen aus Burgern und Cocktails. Es folgten Scharmützel vor Gericht, es ging um den Vorwurf des Plagiats, es ging um gegenseitige Schadensersatzforderungen. „Hans im Glück“ klagte auf 9,3 Millionen Euro. Peter Pane wollte umgekehrt 4,2 Millionen Euro von dem ehemaligen Vertragspartner haben.

Zahlen musste bisher keiner der Kontrahenten. Das Landgericht München I appellierte an die Parteien, ein gerichtliches Mediationsverfahren zur Beilegung des Rechtsstreits aufzunehmen. Davon sind die Parteien offenbar relativ weit entfernt.

Immerhin: Aufseiten von Peter Pane räumt man Fehler in der Kommunikation ein. Jörg Forthmann von der Agentur Faktenkontor, die für Peter Pane die Pressearbeit macht, sagt, die vom Gericht beanstandete Formulierung sei unglücklich gewesen. In der Sache sieht er Peter Pane aber im Recht. Das Gericht habe signalisiert, dass die Kündigung unzulässig sei, wenngleich die Juristen dies vorsichtiger formuliert hätten. Dass das Landgericht Frankfurt der einstweiligen Verfügung stattgegeben habe, nannte er einen Scheinsieg für Hans im Glück.

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