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Hamburger Unternehmer macht Chinesen schöne Augen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Schauplatz der Pioniertat könnte beeindruckender kaum sein. Inmitten einer Phalanx aus Wolkenkratzern im Businessviertel Schanghai-Pudong betreibt der Hamburger Arzt Jörn Slot Jörgensen den ersten Standort einer deutschen Klinikgruppe in China überhaupt. In seinem EuroEyes-Zentrum behandeln der gebürtige Däne und sein 15-köpfiges Team alle erdenklichen Formen von Fehlsichtigkeit. Ein Hamburger Unternehmer macht den Chinesen schöne Augen.

Der Jin-Mao-Tower ist ein imposantes Bürohochhaus im Pagodenstil, das sich 420 Meter in den dunstigen Himmel erhebt. Gut zwei Jahren ist es her, dass Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz den symbolischen Grundstein für das EuroEyes-Augenlaserzentrum legte. Heute empfängt den Besucher dort eine 650 Quadratmeter große, lichtdurchflutete Klinik-Etage mit Holzfußboden und Sitzecken – mehr Lounge als Krankenhaus. Wären nicht die chinesischen Schriftzeichen am Empfangstresen und der Blick auf die atemberaubende Skyline – man könnte sich dort am Hamburger Dammtor wähnen. 1993 hatte Jörgensen in der Hansestadt seine erste Klinik zur Laserbehandlung eröffnet. Auch darin ein Pionier.

Seit April vergangenen Jahres operiert EuroEyes auch im Land des schier unaufhaltsamen Wachstums. „Unser Erwartungen haben sich mehr als erfüllt“, zieht Keith McKay Zwischenbilanz.

Der Laser-Chirurg ist gerade von Deutschland eingeflogen, um sich der chinesischen Patienten anzunehmen. Dieser Pendelverkehr ist die Regel, auch Jörgensen als Ärztlicher Leiter macht sich regelmäßig auf den Weg nach Schanghai, um persönlich zu operieren. „Die Chinesen wollen unbedingt von Ärzten aus Deutschland behandelt werden“, sagt McKay. Auch die Gerätetechnik made in Germany stehe extrem hoch im Kurs. Diese Wertschätzung war es, die Jörgensen überhaupt auf die Idee der Klinik im Fernen Osten brachte. Immer mehr Chinesen waren nach Hamburg oder in eine der anderen 20 EuroEyes-Klinken in Europa gejettet, um sich lasern zu lassen. Nun können die meisten Behandlungen vor Ort erfolgen.

Hier wie dort liegt der Fokus auf der Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Alterssichtigkeit und Hornhautverkrümmung durch Lasern. Der Eingriff befreit die meisten Patienten von der Brille. Auch implantierten die Chirurgen Kontaktlinsen und ersetzen natürliche Linsen. Leisten könnten sich derlei Hightech-Medizin in China nur Wohlhabende, sagt McKay. An denen in der 25-Millionen-Metropole freilich kein Mangel mehr ist. Die Preise liegen über denen in Deutschland. Eine Linsen-OP kostet in Schanghai etwa 7700 Euro, ein Lasereingriff 5800; das Durchschnittseinkommen liegt bei 300 Euro monatlich.

Der Bedarf an Augenkorrekturen sei in China immens, berichtet Jörgensen. Etwa 80 Prozent der Menschen seien kurzsichtig, doppelt so viele wie in Europa und Nordamerika. Viel Arbeit für den Augenspezialisten aus Hamburg und seine Mitarbeiter also. Derzeit sucht EuroEyes geeignete Standorte für drei bis vier weitere Kliniken im Land.

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erstellt am 17.Jan.2014 | 15:27 Uhr

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