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Güterumschlag : Hamburger Hafen auf Rekordkurs

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Güterumschlag erreicht in diesem Jahr 142 Millionen Tonnen. Die Ukraine-Krise bleibt ohne großen Einfluss auf das Geschäft.

Hamburg | Die Hamburger Hafenwirtschaft blickt positiv in die Zukunft. „Hamburg wächst stärker und dynamischer als erwartet“, bilanzierte der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg (UVHH), Gunther Bonz, gestern. Gerade im Güterumschlag erwarte man ein Rekordergebnis. „Wir haben uns aus dem Tal befreit und stehen auf dem Niveau des Boomjahrs 2007“, so Bonz.

Insgesamt werde der Hafen 2014 mehr als 142 Millionen Tonnen Güter umschlagen, das bedeute ein Plus von knapp sieben Prozent zum Vorjahr. Der wichtige Containerumschlag steige hierbei auf rund 9,5 Millionen Standardcontainer, Hamburg erreiche somit wieder den Rekordwert, den der Hafen vor der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hatte. Als Erfolgsfaktoren nannte der Verband eine schnelle Abfertigung und gute Hinterlandanbindungen. Die politischen Krisen in Osteuropa und im Nahen Osten haben hingegen bisher nur geringen Einfluss aufs Hafengeschäft. „Russland ist natürlich ein Risiko, aber meines Erachtens wird es überdramatisiert“, sagte Bonz. Dennoch prognostizierte der UVHH für 2015 ein schwächeres Wachstum. Bonz mahnte verstärkte Investitionen in die Infrastruktur im Binnenland und an der Küste an.

Eine tragende Rolle spielt hierbei die Elbvertiefung. Der Senat und die Hamburger Wirtschaft wollen dies unbedingt, damit auch Containerschiffe mit einem Tiefgang von bis zu 13,5 Metern den Hafen unabhängig von Ebbe und Flut erreichen können. Die Umweltverbände BUND und Nabu hatten hiergegen geklagt, 2012 wurde deshalb ein Baustopp verhängt. Das Bundesverwaltungsgericht hat in fünf Punkten Nachholbedarf angemahnt und Anfang Oktober sein endgültiges Urteil vertagt. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg soll nun Fragen des Wasserrechts klären, damit Hamburg die Elbfahrrinne erweitern kann. Bonz forderte die Bundesregierung nun auf, zu handeln und per Ministerrat ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen. „Die Wasserrahmenrichtlinie ist so nicht handhabbar“, wetterte er. Dennoch glaubt der Verbandschef, dass das ganze Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden könne, falls der Entschluss pro Elbvertiefung erst einmal gefallen sei. „Das ist wohl kein Werk, das ein oder zwei Jahre dauert“, sagte Bonz.

Auch in Bezug auf die Olympiabewerbung für die Spiele 2024 oder 2028 forderte der UVHH die Politik auf, schneller zu handeln und rechtsverbindliche Zusagen zur Absicherung ihrer Investitionen zu machen. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte erst kürzlich mitgeteilt, eine Entscheidung, ob Hamburg oder Berlin als nationaler Kandidat ins Rennen wegschickt werde, falle erst im Frühjahr 2015. „Gerade langfristige Investitionen mit einem langen Abschreibungszeitraum lohnen sich nicht, wenn die Unternehmen in drei Jahren ihre Flächen für den Bau von Wettkampfstätten räumen müssen“, warnte Bonz. Schließlich würden sie jetzt die Planungen für das kommende Jahr machen. Zahlreiche Hafenunternehmen haben ihren Sitz auf dem Kleinen Grasbrook, auf dem künftig das Olympiastadion stehen soll.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 07:34 Uhr

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