Hamburg: Mehr Läden trotz Online-Boom

markus lorenz
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Ein attraktives Umfeld sorgt für eine wachsende Zahl von Einkaufsbummlern

shz.de von
02. Juni 2014, 16:00 Uhr

Online-Handel? Na und! Hamburgs City stemmt sich erfolgreich gegen den Trend zum Internet-Einkauf, von Ladensterben keine Spur. Seit 2010 ist die Zahl der Geschäfte zwischen Spitalerstraße und HafenCity sogar von 973 auf 1017 gestiegen (plus fünf Prozent). Das geht aus dem City-Monitor hervor, den die Handelskammer der Hansestadt gestern präsentiert hat. Hamburgs Innenstadt bleibe unangefochten „Einzelhandelsstandort Nr. 1 im Norden“, so Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz. Dazu trage auch bei, dass immer mehr Einpendler aus dem Umland zum Shoppen an die Alster kommen.

Die Erhebung verdeutliche die enorme Anziehungskraft der City für die Hansestadt und die gesamte Metropolregion. Schmidt-Trenz: „Die Innenstadt prägt maßgeblich das Bild einer Region. Sie ist daher ein wichtiger Faktor im Wettbewerb der Metropolregionen.“ 2010 hatte die Kammer erstmals alle Einzelhandelsgeschäfte der Innenstadt erfasst, nun lassen sich die Folgen des tiefgreifenden Wandels durch Online-Shopping-Boom bewerten. Etwas überraschende Erkenntnis: Obwohl immer mehr Menschen gerade Textilien im Internet kaufen, hat die Zahl der Bekleidungsgeschäfte überproportional um sieben Prozent zugenommen, von 295 auf 316. Es folgen Geschäfte für Lebensmittel (145), Wohnen/Wohnaccessoires (97) und Uhren/Schmuck (87). Die Einzelhandels-Verkaufsfläche in der Innenstadt wuchs insgesamt von 305 000 auf 318 000 Quadratmeter, der Umsatz liegt bei knapp zwei Milliarden Euro.

Gestützt werde der Trend durch das steigende Interesse internationaler Ketten, in Hamburg ihre ersten Deutschland-Filialen zu eröffnen.

Besonders wichtig sei ein attraktives Umfeld für Einkaufs-Bummler, so der Kammer-Chef. Ladenbesitzer haben seit 2005 aus eigener Tasche rund 18 Millionen Euro in die Aufwertung von Straßen, Gehwegen und Plätzen gesteckt und dafür Business Improvement Districts (BID) gegründet. Noch 2014 soll das BID Nikolaiquartier starten, mit Investitionen von 8,9 Millionen Euro das bisher größte seiner Art. Auch am Gänsemarkt und an der Mönckebergstraße sind BID in Vorbereitung.

Eine vergleichbare Studie für Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben der IHK Kiel nicht.

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