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Habeck fordert realistische Einblicke in die Landwirtschaft

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Klagen gegen die Genehmigung von großen Tierställen, Beschwerden über den Gestank von Gülle, Sorge um das Grundwasser wegen hoher Nitrateinträge – je intensiver die Tierhaltung geworden ist, desto schärfer ist der Konflikt rund um die moderne Landwirtschaft geworden. Um den Blick stärker auf Ursachen und Folgen zu richten, hat Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsministerium gestern zum Start der Internationalen Grünen Woche weitere Fakten über die Nutztierhaltung im Norden veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Umweltauswirkungen und die Tiergesundheit. Ressortchef Robert Habeck betonte, dass sich vor allem eine Entfremdung zwischen Bauern und Verbrauchern zeige, „festgefügte Bilder ersetzen die vielschichtige Wirklichkeit“.

Habeck verweist beim Stichwort „Nutztierhaltung“ auf das Beispiel Gülle: So falle aufgrund des Rückgangs der Tierbestände zwar weniger Gülle an – 1999 rund 20,6 Millionen Kubikmeter Gülleäquivalente, 2010 nur noch 18,2 Millionen. Allerdings stieg parallel dazu der Anteil an Gärresten aus der Maisproduktion für Biogasanlagen, so dass 2010 die Menge der Gülleäquivalente mit 21,5 Millionen Kubikmetern eine Million höher lag als 1999. „Dazu muss man wissen: Die Gärreste werden nach dem geltenden Düngerecht nicht in die Höchstgrenzenberechnung bei der Stickstoffdüngung einbezogen.“

Der Bauernverband Schleswig-Holstein kritisiert den Bericht. Es werde zu Unrecht der Eindruck erweckt, dass es den Landwirten nur um Produktionssteigerung und nicht auch um Tiergesundheit gehe. Man habe Initiativen zur Tiergesundheit und zur besseren Verteilung der Nährstoffe im Land gestartet, sagt Generalsekretär Stephan Gersteuer.

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erstellt am 17.Jan.2014 | 15:21 Uhr

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