Ausbau des Onlinehandels : H&M plant Aufholjagd im Internet

Im Netz musste das Unternehmen einen nach dem anderen Shitstorm über sich ergehen lassen.

Im Netz musste das Unternehmen einen nach dem anderen Shitstorm über sich ergehen lassen.

Der Textilhändler war zuletzt aus unterschiedlichen Gründen in die Kritik geraten.

shz.de von
14. Februar 2018, 14:45 Uhr

Der unter Druck geratene Textilhändler Hennes & Mauritz (H&M) will mit einer Aufholjagd im Internet die Wende schaffen. Gelingen wird dies nach Ansicht des Unternehmens aber frühestens 2019.

Im laufenden Jahr würden die Umsätze in den weltweit gut 4700 Läden nochmals rückläufig sein, teilte der Konzern am Mittwoch während eines Kapitalmarkttages mit. Mau sieht es auch für den Gewinn aus. Die hohen Lagerbestände aus dem vierten Quartal dürften zumindest zu Jahresbeginn noch das Ergebnis belasten.

Auch im Netz musste das Unternehmen einen nach dem anderen Shitstorm über sich ergehen lassen.

H&M muss Vertrauen zurückgewinnen, nachdem spätestens mit Vorlage der Jahresbilanz Ende Januar offen zu Tage trat, wie prekär die Lage des Konzerns inzwischen ist. Im vierten Quartal (Ende November) knickte der Gewinn nach Steuern von knapp sechs Milliarden schwedischen Kronen im Vorjahr auf vier Milliarden Kronen (402 Mio Euro) ein, nachdem H&M seine Ware nur mit kräftigem Rabatt loswerden konnte.

Der Textilhändler spürt den Druck von allen Seiten: Online-Händler wie Zalando oder Asos ziehen Kundenschaft ab. Auch beim Preis ist H&M nicht mehr das Maß aller Dinge, Ketten wie Primark sind noch günstiger. Und auch gegen den großen Rivalen aus Spanien, Inditex, hat H&M das Nachsehen. Die Zara-Mutter ist wesentlich schneller, wenn es darum geht, die neuesten Trends in die Läden zu kriegen.

Der H&M-Konzern, zu dem auch Marken wie Cos, Weekday oder Cheap Monday gehören, will daher online aufrüsten. Mehr als die Hälfte des Investitionsbudgets soll allein in diesem Jahr in den Ausbau des Onlinehandels fließen.

Die Konsequenzen der Unternehmenskrise sind auch in Schleswig-Holstein zu spüren. So kommt beispielsweise eine geplante Filiale doch nicht nach Heide.

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