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Wirtschaft

22. August 2017 | 20:56 Uhr

Gute Chance

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die industrielle Wertschöpfung aller norddeutschen Bundesländer zusammen entspricht gerade mal der von Bayern. Der Süden hat jedes einzelne der fünf Küstenländer abgehängt, was Arbeitslosenquoten und Steuereinnahmen eindrucksvoll belegen. Und die Gefahr ist groß, dass der Abstand weiter wächst. Das dürfte die Studie auch dem letzten klarmachen. Wer glaubt, allein als Urlaubsregion könne die Küste auf Dauer mithalten, irrt gewaltig. Denn Produktion und Energieerzeugung sind und bleiben die Basis wirtschaftlicher Prosperität, auch im vermeintlichen postindustriellen Zeitalter. Erst im Windschatten von Fabriken und Kraftwerken können sich jene schicken Dienstleister entfalten, die uns allen lieber sind als die angeblich dreckige Industrie. Dass Letzteres weitgehend ein antiquiertes Klischee ist, auch das zeigt die Studie. Schon heute sind nur noch Produktionsmethoden zukunftsfähig, die Umwelt und Menschen schonen. Gerade in dieser Hinsicht öffnet sich Norddeutschland ein Fenster zu einer verheißungsvollen Zukunft. Mit der Energiewende hat gerade eine Blüte der Offshore-Windparks begonnen, in deren Fahrwasser es zur Renaissance der Nordindustrie kommen könnte. Um diese große Chance nicht zu verstolpern, müssen die Länder schleunigst Kirchturmdenken begraben. Nur im engen Schulterschluss lässt sich im Konkurrenzkampf mit nationalen wie globalen Wettbewerbern bestehen. Das schließt ein vereintes Auftreten für Nordinteressen bei den Mächtigen in Berlin und Brüssel ein, aber auch die Bereitschaft, dem Nachbarn eine Firmenansiedlung zu überlassen. Dass dafür eigentlich ein Nordstaat die beste Lösung wäre – den meisten Beteiligten ist das lange klar. Doch für die Umsetzung ist der Leidensdruck wohl noch nicht groß genug.

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von
erstellt am 30.Okt.2014 | 14:23 Uhr

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