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Benzinpreis auf Jahrestief : Günstig tanken, teuer essen

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Frust am Supermarktregal, Erleichterung an der Zapfsäule: Während die Lebensmittel teurer werden, gibt es eine Entspannung auf dem Spritmarkt.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 15:56 Uhr

Kiel | Von wegen Teuro: Verbraucher in Deutschland können sich derzeit nicht über eine zu hohe Inflation beklagen. An der Zapfsäule sinken die Preise sogar. Und der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln bleibt zwar kräftig, ist aber nicht mehr so rasant wie im Sommer.

Selbst der ADAC jubelt: „Der Benzinpreis in Deutschland ist auf ein neues vorläufiges Jahrestief gefallen.“ Tatsächlich können Autofahrer in Deutschland ihren Wagen derzeit wesentlich günstiger voll tanken als vor einem Jahr. Das dürfte so manchen Verbraucher entschädigen, der sich im Supermarkt über Preissprünge bei Butter oder Kartoffeln ärgert. Insgesamt steigen die Verbraucherpreise auf Jahressicht aktuell moderat um 1,4 Prozent.

Wie teuer sind Kraftstoffe im Moment? 

Nach Angaben des ADAC ist Sprit derzeit so günstig wie noch nie in diesem Jahr. Im Schnitt kostet ein Liter Super E10 derzeit 1,51 Euro, ein Liter Diesel 1,41 Euro. „Begünstigt wird der Preisrückgang bei den Kraftstoffen insbesondere durch den starken Euro“, erklärte der ADAC. Anfang des Jahres kostete ein Liter Super E10 noch mehr als 1,58 Euro, im vergangenen Jahr kurzzeitig sogar mehr als 1,70 Euro.

Wie haben sich die Preise für Diesel und Super entwickelt? 

Im September mussten Autofahrer nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes für Diesel 5,6 Prozent weniger bezahlen als im Vorjahr, der Preis für Superbenzin sank sogar um 6,9 Prozent. Während die Anschaffungskosten für Autos nach ADAC-Angaben gegenüber dem Vorjahr mit Minus 0,1 Prozent nahezu unverändert bleiben, verteuerten sich Reparaturen und Inspektionen um drei Prozent spürbar. Insgesamt seien die Preise für Kauf und Unterhalt eines Autos um 1,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Zuletzt waren Lebensmittel deutlich teurer geworden. Setzt sich dieser Trend fort? 

Ja, aber der Preisauftrieb hat seit August etwas nachgelassen und fiel im September auf 4,7 Prozent. Zum Höhepunkt im Juli hatten sich Lebensmittel binnen Jahresfrist noch um 5,7 Prozent verteuert. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem der kalte Winter und die Flut in Teilen Deutschlands, hinzu kamen Missernten in anderen Teilen der Welt. Auch wenn sich der Preisdruck bei Nahrungsmitteln etwas entspannt hat: Kartoffeln kosten immer noch 31 Prozent mehr als vor einem Jahr, und für Butter, Zwiebeln oder Knoblauch müssen Verbraucher 29 Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr.

Die Politik diskutiert über Mietpreisbremsen: Steigen die Kosten fürs Wohnen wirklich so rasant? 

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben sich die Nettokaltmieten binnen Jahresfrist nur um 1,4 Prozent verteuert. Allerdings beziehen sich diese Zahlen auch auf laufende Mietverträge. Darauf schlage die durchaus nennenswerte Erhöhung der Neumieten kaum durch, erklärt Helaba-Experte Stefan Mitropoulos. Nach Daten des Immobilienverbands IVD erhöhten sich die Neuvertragsmieten in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten flächendeckend in allen Klassen und Städtegrößen um 3,1 Prozent. Allerdings kletterten die Nebenkosten zum Teil spürbar: So war Strom im September 11,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor - das ist allerdings politisch bedingt: Die EEG-Umlage war zum Jahresbeginn um fast 50 Prozent erhöht worden.

Die Leitzinsen sind auf Rekordtief: Wann steigt die Inflation? 

Auch wenn die Europäische Zentralbank versprochen hat, dass der Leitzins „für einen längeren Zeitraum“ auf dem derzeitigen Niveau bleiben oder weiter sinken wird: Der Preisdruck dürfte vorerst gering bleiben. „Vor dem Hintergrund des insgesamt moderaten Wachstumsausblicks bestehen derzeit keine Inflationsrisiken“, betont Claudia Windt von der Helaba. Nach der Prognose der DZ Bank wird die Inflation im Gesamtjahr 2013 bei 1,7 Prozent liegen und 2014 auf 2,1 Prozent steigen.

 
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