Grenzwerte überschritten : Grundwasser immer stärker mit Nitrat belastet

Durch das Düngen mit Biomasse steigen die Nitrat-Werte im Grundwasser bedenklich an.
Durch das Düngen mit Biomasse steigen die Nitrat-Werte im Grundwasser bedenklich an.

Nitrat kann im Körper durch Darmbakterien zu Nitrit umgewandelt werden, das für den Menschen gesundheitsschädlich sein kann.

shz.de von
16. September 2016, 14:54 Uhr

Berlin | Der gesetzliche Grenzwert für den Nitratgehalt des Grundwassers wird an immer mehr Orten in Deutschland überschritten. Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Frage der Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn (Grüne) hervor, über die WDR und NDR am Freitag zuerst berichteten.

Danach lag der Anteil der Messstellen, an denen ein Nitratgehalt über dem Grenzwert von 50 mg/l gemessen wurde, im vergangenen Jahr bei 18,1 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 war dies erst an 15,4 Prozent der Messstellen der Fall gewesen. „Die Massentierhaltung versaut uns das Grundwasser“, zitierten WDR und NDR die Umweltpolitikerin Höhn.

Nitrat ist ein Pflanzennährstoff und wird als Dünger eingesetzt. Der Mensch nimmt es über Lebensmittel und über das Trinkwasser auf. Nitrat selbst ist nicht gesundheitsgefährdend. Es kann aber im Körper durch Darmbakterien zu Nitrit umgewandelt werden, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert.

Außerdem steht Nitrit im Verdacht, über die Umwandlung zu Nitrosaminen indirekt krebserregend zu sein. Ein Verursacher der hohen Nitratwerte ist die Landwirtschaft, etwa weil Bauern zu viel stickstoffhaltigen Dünger auf die Äcker bringen. Die Wasserversorger müssen deshalb vielerorts zu stark belastetes Grundwasser mit unbelastetem Wasser verdünnen oder technisch entfernen.

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