Kampf gegen Lohndumping : Grüne wollen EU-weite Pflichten für Textilproduzenten

«Rein nationale oder nur auf Freiwilligkeit beruhende Maßnahmen, wie das 2014 gegründete Textilbündnis von Entwicklungsminister Gerd Müller, stoßen in einem globalen Textilmarkt an ihre Grenzen», sagt Katrin Göring-Eckardt.
«Rein nationale oder nur auf Freiwilligkeit beruhende Maßnahmen, wie das 2014 gegründete Textilbündnis von Entwicklungsminister Gerd Müller, stoßen in einem globalen Textilmarkt an ihre Grenzen», sagt Katrin Göring-Eckardt.

Textilhersteller sollen nach dem Willen der Grünen auf dem europäischen Markt künftig gesetzlich zu bestimmten Standards für Löhne und Arbeitsschutz verpflichtet werden.

shz.de von
31. August 2018, 08:16 Uhr

«Rein nationale oder nur auf Freiwilligkeit beruhende Maßnahmen, wie das 2014 gegründete Textilbündnis von Entwicklungsminister Gerd Müller, stoßen in einem globalen Textilmarkt an ihre Grenzen», sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Deutschen Presse-Agentur. Sie ist derzeit mit Ex-Verbraucherschutzministerin und Parteikollegin Renate Künast in Myanmar unterwegs, um sich über den Textilsektor zu informieren.

Die Einblicke in dem südostasiatischen Land hätten ihr gezeigt, dass es gesetzlich verpflichtende Regeln für die Textilproduzenten, die auf dem europäischen Markt verkaufen, brauche, um im Kampf gegen Lohndumping und gesundheitliche Ausbeutung voranzukommen, sagte sie. Es brauche eine europäische Initiative, die Textilunternehmen gesetzlich verpflichtet, offenzulegen, wie sie die Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen und Umweltstandards entlang ihrer gesamten Liefer- und Produktionskette einhielten.

«International existierende Regeln zum Schutz der Beschäftigten nutzen nichts, wenn Kontrolle und klare Verantwortlichkeit fehlen», kritisierte Göring-Eckardt. «Die schlechten Arbeitsbedingungen, unter denen die Näherinnen vor Ort nach wie vor leiden, sind auch ein Ergebnis des mangelnden politischen Willens auf europäischer Seite.» Qualitäts- und Prozesskontrollen seien entlang der Lieferketten inzwischen Standard. Daher sei es unglaubwürdig, wenn Unternehmen die Überprüfung von Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen zurückwiesen.

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