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Grüne warnen vor Keimen in Fleischwaren

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Egal ob Mettbrötchen oder Wurstaufstrich – der Genuss von rohem Fleisch könnte für Verbraucher gefährlich sein. Das behaupten zumindest die Grünen in Berlin und verweisen auf eine Erhebung, derzufolge bundesweit auf Fleischproben antibiotikaresistente Keime entdeckt wurden. Unter den Proben, die die Tester beanstanden, stammen auch welche aus Hamburg und Schleswig-Holstein.

Insgesamt wurden im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion zwischen dem 28. April und dem 2. Mai dieses Jahres 63 Proben von Fleisch- und Wurstprodukten von einem Labor auf Bakterien getestet, die ein spezielles Enzym – Extended-Spectrum Beta-Lactamases (ESBL) – produzieren, das zu Antibiotikaresistenzen führt. Neben Kiel und Hamburg griffen die Tester unter anderem auch in Leipzig, Wiesbaden und Berlin ins Wurstregal von Bäckereien, Discountern und Supermärkten.

Bereits Anfang des Jahres hatten die Grünen einen ähnlichen Test in Auftrag gegeben. Damals waren 16 Prozent aller getesteten Mettbrötchen mit antibiotika-resistenten Keimen versetzt. Beim jetzigen Test waren es 22 Prozent. Bei Putenprodukten sogar 66 Prozent. Keine Keime fanden die Tester nach eigenen Angaben in Schinken-Produkten, bei Teewurst und Salami wurden jeweils in einer Probe Keime entdeckt.

Das „System der Massentierhaltung produziert resistente Keime gegen Antibiotika, die wir als Menschen über das Wurstbrot zu uns nehmen“, so die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn. Ihre Befürchtung: Die ESBL-Enzyme könnten sich im Darm festsetzen, den Einsatz von Antibiotika ins Leere laufen und in der Folge selbst einfachste Erkrankungen tödlich enden lassen. Inwieweit Lebensmittel tatsächlich zu einer Infektion mit ESBL beitragen können, ist unklar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) urteilt, dass das „grundsätzlich möglich“ sei, kann das Infektionsrisiko aber nicht abschätzen. Ein Gesundheitsrisiko sieht das BfR durch „ESBL-bildende Bakterien aus der Tierhaltung“ in jedem Falle. Das Bundesverbraucherministerium teilte auf Anfrage mit, dass „die Resistenzentwicklung und die Zunahme von Antibiotika resistenten Bakterien bei Tieren und auf Lebensmitteln sehr ernst“ genommen werde. Erklärtes Ziel sei es, die Zahl der Behandlungen mit Antibiotika zu reduzieren. Darauf ziele unter anderem die 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes ab, nach dem Antibiotika-Einsätze in der Tiermast in einer Datenbank erfasst und daraufhin Maßnahmen zur Senkung der Antibiotika-Einsätze eingeleitet werden.

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erstellt am 20.Mai.2014 | 13:25 Uhr

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