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Dank Werbung und Youtube : Google-Mutter Alphabet begeistert Anleger – so wirtschaften Facebook und Amazon

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Die Werbung in der Suchmaschine und Youtube sind die Garanten für Googles Milliarden-Geschäft. Facebooks Gewinn fällt geringer aus.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 11:09 Uhr

Google geht es gut. Von Juli bis September stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 3,98 Milliarden Dollar (3,58 Mrd Euro), wie die Google-Konzernmutter mitteilt. „Unsere Ergebnisse zeigen Googles Stärke, vor allem bei der mobilen Suche“, kommentierte Finanzvorstand Ruth Porat.

Die Werbeeinnahmen, die wichtigste Einnahmequelle des Konzerns, kletterten um 13 Prozent auf 16,78 Milliarden Dollar. Die Zahl der für Google enorm wichtigen bezahlten Klicks auf Internetanzeigen stieg unerwartet kräftig um 23 Prozent. Durch das höhere Volumen wurde ein elfprozentiger Rückgang der durchschnittlichen Einnahmen pro Klick wettgemacht.

Youtube als Umsatztreiber

 

Vom Hoffnungsträger zum Umsatztreiber entwickelt sich offenbar zunehmend die Video-Tochter Youtube, für die keine konkreten Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Plattform sei ein wichtiger Grund für das starke Wachstum im Geschäft mit Werbung auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets, sagte das Management in einer Telefonkonferenz nach der Bilanzvorlage. Erst am Vortag war das Abo-Modell „Youtube Red“ vorgestellt worden, bei dem Nutzern für 9,99 Dollar pro Monat die Anzeigen vor den Clips erspart bleiben.

Der Umsatz legte insgesamt um 13 Prozent auf 18,68 Milliarden Dollar zu. Bereinigt um Kosten, die der Konzern in Kauf nimmt, um Nutzer auf seine Internetseiten zu lotsen, lagen die Erlöse bei 15,1 Milliarden Dollar. Durch starke Konkurrenz wie Facebook ist das Geschäft mit Online-Anzeigen umkämpft. Weil die Werbung den Nutzern zunehmend von klassischen Desktop-PCs auf Geräte mit kleineren Bildschirmen folgt, wird es tendenziell schwerer, hier Geld zu verdienen.

Analysten hatten mit schwächeren Quartalszahlen gerechnet. Die Alphabet-Aktie stieg nachbörslich zeitweise um mehr als elf Prozent. Zur starken Marktreaktion beigetragen haben dürfte auch die Ankündigung von Aktienrückkäufen im Wert von bis zu 5,1 Milliarden Dollar. Anleger hatten diesen Schritt schon lange gefordert. Der Konzern sitzt auf einem Geldberg von mehr als 70 Milliarden Dollar.

Die von Investoren kritisch beobachteten Ausgaben nahmen um gut neun Prozent auf 13,97 Milliarden Dollar zu. Das Unternehmen wird sparsamer unter Finanzchefin Porat, die vor sieben Monaten von Morgan Stanley kam - in den Vorquartalen hatten die Anstiege bei zehn, 13 und 22 Prozent gelegen. Die Hoffnungen der Aktionäre, Porat würde Investoren stärker an Gewinnen beteiligen und die Kosten senken, erfüllen sich mit den sinkenden Ausgaben und den Aktienrückkäufen.

Der bisherige Google-Konzern hatte den Umbau zur neuen Holding mit dem Namen Alphabet im August überraschend angekündigt und Anfang Oktober vollzogen. Die bisherigen Google-Anteilseigner wurden zu Aktionären der neuen Dachgesellschaft. An der Bilanzierung änderte sich vorerst allerdings noch nichts. Die ersten Quartalszahlen mit der neuen Struktur sollen erst im Januar veröffentlicht werden.

Amazon: Überraschender Gewinn mit der Cloud

 

Kürzlich begeisterte auch Amazon seine Anleger mit Gewinn. Die Anleger wurden mit einem schmalen Plus von 79 Millionen Dollar positiv überrascht. Am Markt war eigentlich ein Quartalsverlust erwartet worden. Im Vorjahresquartal hatte Amazon 437 Millionen Dollar Verlust gemacht. Der Umsatz stieg um gut 23 Prozent auf 25,36 Milliarden Dollar.

Für die schwarzen Zahlen sorgten vor allem das Geschäft in Nordamerika und die Cloud-Sparte, die viele Unternehmen mit Rechenleistung aus dem Netz versorgt. Dabei ist das Cloud-Geschäft für Amazon sehr lukrativ. Bei einem Umsatz von knapp 2,1 Milliarden Dollar lag der operative Gewinn bei 521 Millionen Dollar. Das war im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 78 Prozent bei den Erlösen. Und das operative Ergebnis war mehr als fünf Mal höher.

In seinem Kerngeschäft erzielte der Online-Händler allein in Nordamerika einen in etwa genauso hohen operativen Gewinn von 528 Millionen Dollar. Dafür musste Amazon aber 15 Milliarden Dollar umsetzen. Im internationalen Handelsgeschäft gab es rote Zahlen von 56 Millionen Dollar. Auslöser dürfte der starke Dollar sein, durch den Auslandseinnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung in den Büchern niedriger ausfallen.

Facebook macht Abstriche

 

Facebook hat im zweiten Quartal hingegen deutliche Abstriche beim Gewinn machen müssen. Der Überschuss sank von April bis Juni um gut neun Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum auf 719 Millionen Dollar (653 Mio Euro), wie das Online-Netzwerk im August mitteilte.

Die Ausgaben von Facebook stiegen kräftig um 82 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Der Konzern hatte bereits eine Investitionsoffensive angekündigt, er steckt unter anderem viel Geld in Rechenzentren. Dass die Kosten so stark zulegen würden, hatten Analysten aber nicht kommen sehen. Der Umsatz kletterte um 39 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar und übertraf damit die Prognosen der Wall Street. „Es war ein weiteres starkes Quartal für unsere Community“, kommentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Zahlen.

Die weltweite Zahl der Nutzer, die mindestens einmal im Monat bei Facebook vorbeischauen, stieg im Juni um 13 Prozent zum Vorjahr auf 1,49 Milliarden. Die besonders wertvollen täglich aktiven User nahmen um 17 Prozent auf 968 Millionen zu. Im Vergleich zum ersten Quartal kamen knapp 3,5 Prozent neue Facebooker hinzu. Diese Wachstumsrate, über die sich viele andere Unternehmen freuen würden, wird von Analysten für soziale Netzwerke eher als schwach beurteilt.

Auch bei Facebook hält der Trend zur mobilen Nutzung. Inzwischen greifen 844 Millionen Mitglieder täglich von Smartphones und Tablets auf den Dienst zu - das waren 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Werbeeinnahmen - Facebooks wichtigste Geldquelle - stiegen im letzten Quartal um 43 Prozent zum Vorjahr auf 3,8 Milliarden Dollar. Etwa 76 Prozent davon werden mittlerweile auf mobilen Geräte erwirtschaftet.

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