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Gift im Spielzeug: Deutschland muss EU-Grenzwerten folgen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 15:34 Uhr

Deutschland muss seine Grenzwerte für bestimmte Schwermetalle in Kinderspielzeug an europäisches Recht anpassen. Das hat das Gericht der Europäischen Union (EuG) gestern in Luxemburg entschieden. Die Richter zeigten sich nicht überzeugt, dass die bisherigen deutschen Regelungen einen höheren Schutz für Kinder darstellen als die Spielzeugrichtlinie der Europäischen Union. Die EU-Standards fallen für bestimmte Arten Spielzeuge schwächer als die deutschen aus, für andere hingegen strenger. Konkret geht es in dem Streit um die Giftstoffe Antimon, Arsen und Quecksilber. Die Stoffe gelten zum Teil als krebserregend. Sie kommen in vielerlei Form ins Kinderzimmer. Blei und Quecksilber etwa finden sich in Batterien, Antimon kann in Spielzeug aus Polyester enthalten sein. Vergiftungen mit Schwermetallen können je nach Stoff zum Beispiel zu Schäden des Nervensystems führen oder die geistige Entwicklung verzögern. Hintergrund des Streits sind unterschiedliche Methoden zur Bewertung des Risikos einer Aufnahme der Stoffe in den Körper. Für feste Spielzeuge wie etwa Puppen hatte die EU die Grenzwerte bei der Überarbeitung ihrer Spielzeugrichtlinie im Jahr 2009 abgeschwächt. Es sei unmöglich, dass ein Kind beispielsweise eine ganze Puppe verschlucke, so das Argument der EU-Kommission. Für flüssige oder pulverförmige Spielzeuge, zum Beispiel Seifenblasenflüssigkeit oder Malkreide, wurden die Standards dagegen verschärft. Die Bundesrepublik kann gegen das Gerichtsurteil innerhalb von zwei Monaten Einspruch beim Europäischen Gerichtshof einlegen.

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