Kommentar : Gehälter im Norden: Der Kampf um Köpfe in SH

Das niedrige Lohnniveau in Schleswig-Holstein schadet der Wirtschaft, meint Redakteur Till H. Lorenz.

shz.de von
23. Januar 2018, 12:23 Uhr

Wer viel Geld verdienen möchte, für den sind Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg oder Bayern die Top-Adressen. Denn in allen drei Ländern wird mehr im Job bezahlt als im Bundesdurchschnitt. In Schleswig-Holstein ist es umgekehrt. Nun gibt es gute Gründe dafür, dass das Lohnniveau im Norden geringer ist. So fehlt es an gut bezahlten Industrie-Arbeitsplätzen, Dax-Konzerne gibt es keine, stattdessen prägen kleine und mittelständische Betriebe die Wirtschaft. Obendrein mögen die Löhne in Schleswig-Holstein geringer sein als anderswo – doch das gilt auch für die Lebenshaltungskosten.

Nur: Der Kampf um Köpfe ist immer auch ein Kampf, der auf dem Gehaltszettel geführt wird. Da zählt zunächst einmal die nackte Zahl. Und wenn sich das Lohnniveau in Schleswig-Holstein weiter vom Bundesdurchschnitt entfernt, lässt sich dies einem Arbeitnehmer in Hessen gegenüber nur schwer vermitteln. Umso mehr müssen Unternehmen also auf andere Weise für sich werben – mit Themen wie flexiblen Arbeitszeiten, guten Perspektiven, Weiterbildungsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit. Dies alles kann helfen im Kampf um die besten Köpfe – den der Norden auf dem Lohnzettel zu verlieren droht.

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