Parken im Norden : Gebühr per Handy zahlen

Anruf genügt - dann werden die Parkgebühren am Monatsende vom Konto abgebucht.
Anruf genügt - dann werden die Parkgebühren am Monatsende vom Konto abgebucht.

Bereits in 22 deutschen Städten brauchen Autofahrer keinen Parkschein mehr zu ziehen. Stattdessen genügt der Anruf bei einer Service-Nummer. In Flensburg und Hamburg ist das so genannte Handy-Parken bereits eingeführt, Lübeck steht in den Startlöchern.

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02. August 2008, 05:10 Uhr

Flensburg/Lübeck | Immer wieder führt sie zu verzweifelten Blicken ins Portemonnaie - die lästige Suche nach Kleingeld für den Parkautomaten. Und dann wird eben doch das Zwei-Euro-Stück in den Kasten geworfen, obwohl 50 Cent ausgereicht hätten. Aber damit soll jetzt Schluss sein. Bereits in 22 deutschen Städten müssen Autofahrer keinen Parkschein mehr ziehen. Es genügt ein Anruf bei einer Service-Hotline. Die Gebührenabrechnung erfolgt minutengenau übers Bankkonto. In Flensburg und Hamburg wurde das System bereits eingeführt. In Lübeck soll es im September losgehen. Auch in Eckernförde wird drüber debattiert.
Anlaufschwierigkeiten in Flensburg

Vergleichbar Mobilfunkanbietern gibt es in den Städten mindestens einen, in Großstädten häufig mehrere Betreiber, die diesen Service anbieten. Genutzt wird das Angebot nach Einschätzung von Michael Sandrock von der zentralen Plattform www.mobil-parken.de bundesweit aber bisher nur von 40.000 bis 50.000 Autofahrern. Der Flensburger Serviceanbieter Easy-Park will gar keine Zahlen herausgeben. Vor einigen Monaten hieß es, die Flensburger täten sich mit dem Angebot ein bisschen schwer.
Durch Wettbewerb sinken die Preise

Einen Grund dafür sieht Sandrock vor allem in den recht hohen Gebühren, die einige Serviceanbieter verlangen. So nimmt Easy-Park - zusätzlich zu den eigentlichen Gebühren - zwischen 18 und 47 Cent allein pro Parkvorgang. Wer eine ausführliche Rechnung will, zahlt auch noch eine monatliche Grundgebühr. Konkurieren mehrere Anbieter, liegen die Preise häufig weit drunter. Ein Tarifvergleich lohnt sich immer.
Und so gehts:

Autofahrer müssen sich einmalig bei einem Serviceanbieter mit ihrer Mobilfunknummer, Kontoverbindung und Kfz-Kennzeichen im Internet registrieren. Meistens bekommt der Autobesitzer nach der Registrierung dann eine Vignette zugeschickt, die er gut sichtbar in seinem Fahrzeug anbringen muss.

Wird das Auto geparkt, teilt der Besitzer dem Service-Anbieter das per SMS oder Anruf mit. Bei der Rückkehr zum Wagen meldet er sich wieder ab. Kommt eine Politesse vobei, so kann sie mit ihrem Taschencomputer anhand des Kennzeichens überprüfen, ob das Fahrzeug registriert ist. Am Monatsende werden die aufgelaufenen Gebühren minutengenau per Lastschrift vom Konto abgebucht.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) begrüßt das Angebot. So können Handy-Parker eine Viertelstunde bevor die maximale Parkdauer abläuft, sich per SMS daran erinnern lassen.

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