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Ende der Tarifrunde : GDL lässt Tarifverhandlungen mit der Bahn platzen

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Als „überraschend“ bezeichnete Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber das plötzliche Ende der Tarifrunde.

Berlin | Den Fahrgästen der Deutschen Bahn drohen schon bald wieder Streiks. Die Tarifverhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Bahn sind am Mittwochabend gescheitert. Die GDL habe die Verhandlungen überraschend platzen lassen, teilte die Bahn mit. Zuvor habe die Bahn die Forderungen der Gewerkschaft zu einem Flächentarifvertrag umfassend erfüllt. „Wir standen kurz vor dem Durchbruch und einer Einigung über eine Grundstruktur zum Flächentarifvertrag und die GDL verweigert sich grundlos“, erklärte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. „Das ist eine verkehrte Welt.“ Es scheine so, dass die GDL „gar nicht bereit ist, sich zu verständigen“.

Die Bahn habe „eine Rolle rückwärts gemacht.“ Der Konzern bestehe darauf, dass ein Tarifabschluss mit der GDL identisch mit einem Ergebnis sein müsse, dass die Bahn mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abschließen werde. Dies sei nicht akzeptabel, sagte GDL-Chef Claus Weselsky. „Das werden wir nicht zulassen. Wir sind eine freie Tarifvertragspartei, die keine Abhängigkeit von anderen hat“ Bereits vor der Verhandlungsrunde sagt er: „Wir werden am heutigen Tage schlussendlich zu der Entscheidung kommen: weiter verhandeln oder nicht weiter verhandeln.“

Zuvor hatte sich die Bahn nach eigenen Angaben bereit gezeigt, den bisherigen GDL-Flächentarifvertrag für Lokführer um die Berufsgruppen Zugbegleiter und Disponenten zu erweitern. Den Bahnfahrgästen droht nun ein weiterer Streik. Darüber will die GDL am 18. Februar entscheiden. Weselsky sagte nach der Tarifrunde: „Die Wahrscheinlichkeit von Arbeitskämpfen ist mit dem heutigen Tag enorm angestiegen.“ Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sprach von einer Verweigerungshaltung der GDL. Kurz vor dem Scheitern habe es noch nach einer Annäherung ausgesehen. Einen für den 26. Februar verabredeten Verhandlungstermin mit der Bahn sagte die GDL ab.

Beide Seiten befinden sich seit vergangenem Juli in einem außergewöhnlich komplizierten Tarifkonflikt. Die GDL und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten einen Tarifvertrag nicht erneuert, der bis Juni regelte, welche Gewerkschaft in Tarifverhandlungen welche Berufsgruppen bei der Bahn vertritt. Seitdem will die GDL für all ihre Mitglieder Tarifverträge aushandeln und nicht nur für die Lokführer wie bisher. Dies hat zum Konflikt auch mit der EVG geführt.

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erstellt am 11.Feb.2015 | 20:00 Uhr

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