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Bahnstreik aktuell im April 2015 : GDL bestreikt heute Güterverkehr – NOB und Syltshuttle fahren weiter

vom

Für Bahnreisende sieht es am Mittwoch und Donnerstag schlecht aus. Den Güterverkehr trifft der Streik noch härter.

Berlin | Die Lokführer treten wieder bundesweit in den Streik. Am Mittwoch und Donnerstag wird es für die Fahrgäste der Deutschen Bahn ernst. Der Ausstand im gesamten Personenverkehr beginnt am Mittwoch um 2 Uhr und soll am Donnerstag um 21 Uhr enden, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag mitteilte. Im Güterverkehr wollen die bei der GDL organisierten Lokführer bereits am Dienstagnachmittag (15 Uhr) die Arbeit niederlegen - bis Freitagmorgen um 9 Uhr.

Die GDL hat in dem Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt. Die GDL strebt für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hatte die Spartengewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Damit dürfte der Zugverkehr vor allem am Mittwoch und Donnerstag schwer gestört werden. Es ist die siebte Streikaktion seit Beginn des Konflikts. Zuletzt hatten die Lokführer Anfang November gestreikt.

Vom Streik ausgenommen ist der Syltshuttle – Inselfreunde kommen wie gewohnt mit dem Auto über die Nordsee. Auch die Nord-Ostsee-Bahn ist nicht betroffen. Jedoch kann es aufgrund abgestellter Züge auf den Gleisen zu Verspätungen oder Störungen im Bahnbetrieb kommen. Das gilt auch für die Nordbahn, die ebenfalls nicht bestreikt wird.

Die Lokführerstreiks werden nach Experteneinschätzung voraussichtlich auch keine großen Folgen für den Güterverkehr am Hamburger Hafen haben. „Die Erfahrungen der letzten Streiks zeigt uns, dass die Auswirkungen nicht so groß waren“, sagte Karl Olaf Petters, der Sprecher der Hamburg Hafen und Logistik (HHLA). Wenn ein Güterzug eines Kunden nicht komme, blieben die Container einfach in den Anlagen der HHLA. „Das ist kein schöner Zustand, ist aber auch nicht wirklich dramatisch in der kurzen Frist.“

„Von den über Hundert Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, die im Hamburger Hafen tätig sind, ist es nur eine, die streikt und das auch nicht in vollem Umfang“, meinte auch eine Sprecherin der Hamburg Port Authority. Mit großen Auswirkungen sei nicht zu rechnen.

Hier finden Sie aktuelle Informationen zu den SH-Zügen:

Syltshuttle

Online unter syltshuttle.de und telefonisch unter 01806/22-83-83.

Nord-Ostsee-Bahn

Online unter nob.de und telefonisch unter 01807/662-662.

Nordbahn

Online unter nordbhan.de und telefonisch unter 040/303 977-333.

 

Die Bahn forderte die GDL auf, den Streikaufruf zurückzunehmen. „Diese Streiks sind für niemanden nachzuvollziehen“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. „Die GDL hätte ihr gewünschtes Zwischenergebnis in den Verhandlungen in nahezu allen Punkten haben können“, fügte er hinzu. Stattdessen schade sie erneut der Bahn und ihren Kunden.

Diese müssten nun mit Zugausfällen, Verspätungen und Einschränkungen des Angebots rechnen. „Die DB bedauert dies ausdrücklich und verweist auf die alleinige Verantwortung der GDL für diese inakzeptablen Unannehmlichkeiten für die Kunden“, heißt es in einer Stellungnahme. Ein Ersatzfahrplan wurde veröffentlicht.

Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky begründete den Arbeitskampf mit dem jüngsten Verlauf der seit neun Monaten andauernden Tarifrunde. Dabei habe die Bahn versucht, die Lokrangierführer „als billigen Jakob im Tarifvertrag zu verankern“. Diese Kollegen machten die gleiche Arbeit wie Lokführer, würden aber deutlich schlechter bezahlt und hätten viel schlechtere Arbeitszeitregelungen. Das wolle die GDL nicht länger hinnehmen. Weselsky kritisierte, dass die Bahn die Gewerkschaft hinhalten wolle.

Auch nach 16 Tarifverhandlungsrunden fehlten noch immer Ergebnisse in zentralen Fragen. Als Beispiel nannte er eine Begrenzung der Überstunden.

Die Güterbahn stellte sich angesichts von angekündigten 66 Stunden Streik auf erhebliche Beeinträchtigungen ein. Die Bahntochter Schenker Rail setze „alles daran, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten“, hieß es. In der Europa-Leitstelle in Frankfurt soll ein Krisenteam den Güterverkehr während des Ausstands steuern. Dabei hätten für die Versorgung wichtige Züge Vorrang, sagte ein Bahnsprecher.

Die GDL will noch vor dem Inkrafttreten des umstrittenen Tarifeinheitsgesetzes für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge abschließen.

Das Tarifeinheitsgesetz der großen Koalition soll nach bisherigen Planungen im Juli in Kraft treten. Die GDL hat Verfassungsbeschwerde angekündigt und der Bahn auch in diesem Zusammenhang eine Verzögerungstaktik vorgeworfen.

Fragen und Antworten zum Bahnstreik:

Wo bekomme ich aktuelle Informationen über die Streiks?
  1. Im Netz: Auf www.bahn.de/abfahrtstafel können Kunden der Deutschen Bahn ihre Strecken eingeben und sehen, ob ihr gewünschter Zug eine Verspätung hat oder ganz ausfällt. Zusätzlich bietet die Deutsche Bahn noch einen „Verspätungs-Alarm“ an, den man sich entweder per Mail oder direkt als Push-Nachricht auf das Handy zukommen lässt.
  2. Per Telefon: Unter 0800-1507090 erreichen Kunden kostenlos die Fahrplan-Auskunft.
  3. Informationen sind mit Streikbeginn auch unter www.bahn.de/aktuell oder unter m.bahn.de abrufbar.
Wie bekomme ich mein Geld für eine ausgefallene oder verspätete Zugfahrt zurück?

Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen. Alternativ können Reisende den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder
Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.

Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB können die betroffenen Fahrgäste auch
die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen. Unter www.bahn.de/fahrgastrechte kann ein Formular ausgedruckt werden. Dieses ist bei der Deutschen Bahn ausgefüllt mit ihrer Fahrkarte einzureichen. Generell gilt: Erst wenn ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät an sein Ziel kommt, muss das verantwortliche Bahnunternehmen ihm 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung erhöht sich die Erstattung auf 50 Prozent.

Welche Alternativen zur Bahn gibt es?
  1. Mitfahrgelegenheiten: Um unkompliziert ans nächste Ziel zu gelangen, kann man sich im Netz auf zahlreichen Portalen Mitfahrer oder Fahrer suchen. Die Spritkosten werden dann durch alle Mitfahrer geteilt. Auf www.blablacar.de und www.mitfahrgelegenheit.de werden zahlreiche Mitfahrgelegenheiten angeboten und gesucht.
  2. Busse: Für längere Strecken sind Fernbusse eine gute Alternative zur Bahn. Einige Anbieter fahren mittlerweile auch größere Städte in Schleswig-Holstein an. Auf www.flixbus.de und www.fernbusse.de kann man online Strecken buchen.
Gibt es einen Ersatzfahrplan?

Noch wurde kein Ersatzfahrplan für den Personenverkehr veröffentlicht. Die Bahn arbeitet unter Hochdruck an alternativen Verbindungen. Sobald der Fahrplan fertiggestellt wurde, wird er auf www.bahn.de veröffentlicht.

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erstellt am 21.Apr.2015 | 07:36 Uhr

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