Fußball-WM im TV: 1,4 Millionen Deutsche wollen blaumachen

shz.de von
11. Juni 2014, 17:33 Uhr

Die deutsche Wirtschaft kann sich in den kommenden WM-Wochen auf Ausfälle gefasst machen. Auch wenn es nur eine Minderheit betrifft, offenbart die Umfrage, dass hochgerechnet auf die Gesamtanzahl der 31 Millionen Beruftstätigen in Angestelltenverhältnissen immerhin 1,4 Millionen Arbeitnehmer während der 14-tägigen Weltmeisterschaft blaumachen wollen. Grund sei, dass wegen der Zeitverschiebung viele Partien nach hiesiger Zeit erst spät abends oder in der Nacht angepfiffen würden. Im Schnitt planten die Fans zwei Tage krank zu feiern, ohne dafür Urlaub einzureichen. Daraus ergebe sich – allein durch das Blaumachen – ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 446 Millionen Euro. Dies ergibt sich aus einer Hochrechnung des Online-Urlaubsportals ab-in-den-urlaub.de, das gut 1300 Beschäftigte zu ihrer geplanten Arbeitsmoral während des Turniers befragte. Stunden vor Beginn der Weltmeisterschaft „überlegen noch“ rund 1,6 Millionen Arbeitnehmer, ob sie im Job fehlen werden. Die Zahl des durchschnittlichen Verlustes pro Arbeitnehmer beruhe auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zum Verdienst im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistern, sagte ein Sprecher des Reiseportals.

Wegen der späten Fernsehübertragung planen laut Umfrage außerdem rund 2,1 Millionen Angestellte zu spät zur Arbeit zu kommen, zugleich aber pünktlich in den Feierabend zu gehen. Durchschnittlich gingen die befragten Fans davon aus, knapp zwei Stunden zu spät zur Arbeit zu kommen. „Allein diese Gruppe würde hochgerechnet einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 74 Millionen Euro verursachen.“ Damit würden der deutschen Volkswirtschaft rund 520 Millionen Euro Schaden entstehen.

Doch Arbeitsrechtsexperten warnen: Wird ein Arbeitnehmer beim Blaumachen erwischt, drohen Konsequenzen bis hin zu Abmahnungen und Kündigungen. Auf Nummer Sicher gehen rund 2,6 Millionen Arbeitnehmer. Sie haben zur WM Urlaub eingereicht.

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