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BMW, Mercedes, Renault : „Frontal 21“: Abgas-Skandal nicht nur bei VW?

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Experten haben den Verdacht, dass auch weitere Autohersteller unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut haben.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 15:38 Uhr

Fahrzeuge der Hersteller BMW, Mercedes und Renault stehen im Verdacht, unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut zu haben. Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hatte dazu drei Diesel-Fahrzeuge, einen BMW, einen Mercedes und einen Renault, mit einem manipulierten Volkswagen vergleichen lassen und dabei große Abweichungen zwischen Straßen- und Laborwerten festgestellt.

Der Abgas-Skandal bei VW hatte den deutschen Autobauer in die schwerste Krise der Konzerngeschichte gestürzt. Es drohen teure Rückrufe und Strafen, insbesondere in den USA. Der Abgas-Skandal hat die Autowelt erschüttert.

Die Messungen der Abgasprüfstelle der Berner Fachhochschule im Auftrag von „Frontal 21“ ergaben, dass alle vier Fahrzeuge bei gleicher Fahrweise auf der Straße mehr Stickoxide erzeugten als bei demselben Fahrzyklus im offiziellen Labortest. Damit wurden die gesetzlichen Werte um ein Vielfaches überschritten.

In der Stichprobe des ZDF war ein BMW 320d, ein Mercedes C200 CDI und ein Renault Laguna dCi mit einem VW Passat 2.0 TDI verglichen. Martin Führ, Professor für öffentliches Recht an der Hochschule Darmstadt, ist über das veränderte Emissionsverhalten verwundert. „Das heißt, es muss irgendein Parameter erfasst worden sein, der dann zu einem veränderten Emissionsverhalten geführt hat.“ Dies sei unzulässig.

Im Vergleich zwischen Labor und Straße lag der Stickoxidwert (NOx) des Passat 3,7-fach höher (127mg/km im Labor, 471mg/km auf der Straße). Auch beim Mercedes (154 zu 420mg/km NOx), dem BMW (154 zu 428mg/km NOx) und dem Renault (162 zu 1067mg/km NOx) lagen die Messwerte weit auseinander – beim Laguna sogar um das 6,6-fache höher als im Labor.

VW, Mercedes und BMW kritisieren den Testaufbau und halten die Messergebnisse im Labor und auf der Straße für nicht vergleichbar. Mercedes, BMW und Renault betonen gegenüber dem ZDF, keine Abschalteinrichtung zu verwenden und sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. Diese liegen bei einem Grenzwert von 180mg/km NOx – alle vier Fahrzeuge halten diesen Wert ein.

Der Skandal könne die gesamte Automobilindustrie und nicht nur VW durchziehen, sagt Kai Borgeest vom Zentrum für Kfz-Elektronik und Verbrennungsmotoren der Hochschule Aschaffenburg.

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