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Bahnstreik aktuell im April 2015 : Fragen und Antworten: Welche Züge fahren in Hamburg und SH?

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Bahnreisende müssen sich am Mittwoch und Donnerstag auf Verspätungen und Zugausfälle einrichten. Den Güterverkehr trifft der Streik noch härter.

Berlin | Die Lokführer treten wieder bundesweit in den Streik. Am Mittwoch und Donnerstag wird es für die Fahrgäste der Deutschen Bahn ernst. Bereits ab 15 Uhr wurde am Dienstag der Güterverkehr bestreikt. Die GDL hat in dem Konflikt um die Arbeitsbedingungen des Zugpersonals im vergangenen Jahr bereits viermal ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen und den Bahnverkehr in Deutschland in großen Teilen lahmgelegt. Die GDL strebt für ihre sämtlichen Mitglieder im Zugpersonal eigene Tarifverträge an. Bislang hatte die Spartengewerkschaft nur für Lokführer Abschlüsse vereinbart. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Fragen und Antworten.

Wer ist die GDL?

GDL steht für die „Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer“ und ist mit fast 150 Jahren die älteste deutsche Gewerkschaft. Die GDL wurde 1867 gegründet und organisiert mittlerweile mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Flugbegleiter in ganz Deutschland. Die Deutsche Bahn AG und andere Privatbahnen in Deutschland sind Tarifpartner der GDL.

Warum gibt es Streiks bei der Deutschen Bahn?

Die GDL verlangt unter anderem fünf Prozent mehr Lohn und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit für Lokführer. „Es gibt den Knackpunkt, an dem es gescheitert ist: Das sind die Lokrangierführer“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag. „Hier versucht die Deutsche Bahn AG, den billigen Jakob im Tarifvertrag mit der GDL zu verankern.“ Offensichtlich pocht die GDL auf eine weitgehende Gleichstellung der 3100 Lokrangierführer mit den rund 20.000 Lokführern, die im Personen- und Güterverkehr unterwegs sind.

Was ist neu?

Beide Seiten hatten sich im Februar grundsätzlich auf eine Kombination von Flächentarifvertrag und Haustarifverträgen geeinigt. Dabei soll der Flächentarifvertrag, der bisher für Lokführer gilt, auch auf weitere Berufsgruppen des Zugpersonals ausgedehnt werden - also etwa auf Zugbegleiter und auch Lokrangierführer. Die Details für die diversen Berufsgruppen werden in den Haustarifverträgen geregelt.

Den Flächentarifvertrag will die GDL - wie bisher - zur Grundlage von Tarifverhandlungen mit anderen Eisenbahnunternehmen machen. Eine Schlichtung des Tarifstreits lehnte die Gewerkschaft ab.

Warum sind die Gespräche mit der Bahn gescheitert?

GDL-Chef Weselsky fuhr schon Ende April schwere Geschütze auf: Die Bahn spiele in unverantwortlicher Weise auf Zeit. „Was heute auf dem Tisch ist, ist nichts wert, weil alles wieder zurückgenommen werden kann“, sagte er nach der inzwischen 16. Verhandlungsrunde. Dann legte Weselsky noch einmal nach - und warf Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber vor, „an der Stelle“ zu lügen.

Wann wurde schon gestreikt?

Die Lokführergewerkschaft GDL legte am Dienstag, 7. Oktober, den Zugverkehr in Deutschland für neun Stunden lahm. Die GDL rief ihre Mitglieder zu einem bundesweiten und flächendeckenden Streik von 21 Uhr bis Mittwochmorgen 6 Uhr auf. Fern- und Regionalzüge standen ebenso still wie Güterzüge und die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen. Zum Streik aufgerufen waren unter anderem die Lokomotivführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten in allen Eisenbahnverkehrsunternehmen der Deutschen Bahn.

Am Mittwoch, 14. Oktober, wurde zum zweiten Mal gestreikt - von 14 Uhr bis 4 Uhr am Donnerstag. Auch 500 Lokführer in Norddeutschland legten die Arbeit nieder. Etwa 80 Prozent der Züge fielen laut GDL aus. Viele Zugverbindungen wurden gestrichen. Im Fernverkehr fuhr nach Angaben der Deutschen Bahn nur jeder dritte ICE, Intercity oder Eurocity.

Zum dritten Mal hatten die Lokführer vom 17. bis zum 20. Oktober insgesamt 50 Stunden lang gestreikt. Massive Kritik gab es an der kurzfristigen Ankündigung des Streiks und der Wahl des Zeitpunktes an einem Wochenende zum Start der Herbstferien in vielen Bundesländern und einem Bundesliga-Wochenende.

Vom 6. November bis zum 8. November wurde ebenfalls gestreikt. Eigentlich hatte die GDL vor, den Streik bis zum 10. November auszuweiten. GDL-Chef Weselsky lenkte jedoch ein und verkürzte den Streik als „Versöhnungsgeste“.

Zuletzt hatten die Lokführer vom 21. bis 23. April gestreikt.

Wie lang soll der neue Streik dauern?

Die Lokführergewerkschaft GDL will den Personenverkehr ab Dienstag für sechs Tage bestreiken. Im Güterverkehr soll schon ab Montag sieben Tage lang gestreikt werden.

Wo bekomme ich aktuelle Informationen über die Streiks?
  1. Im Netz: Auf www.bahn.de/abfahrtstafel können Kunden der Deutschen Bahn ihre Strecken eingeben und sehen, ob ihr gewünschter Zug eine Verspätung hat oder ganz ausfällt. Zusätzlich bietet die Deutsche Bahn noch einen „Verspätungs-Alarm“ an, den man sich entweder per Mail oder direkt als Push-Nachricht auf das Handy zukommen lässt.
  2. Per Telefon: Unter 0800-1507090 erreichen Kunden kostenlos die Fahrplan-Auskunft.
  3. Die Bahn schaltet zudem ab Streikbeginn eine kostenlose Servicenummer unter 08000-996633.
  4. Informationen sind mit Streikbeginn auch unter www.bahn.de/aktuell oder unter m.bahn.de abrufbar.
Wie bekomme ich mein Geld für eine ausgefallene oder verspätete Zugfahrt zurück?

Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen. Alternativ können Reisende den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. In diesem Fall wird bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, auch die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder
Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.

Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB können die betroffenen Fahrgäste auch
die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen. Unter www.bahn.de/fahrgastrechte kann ein Formular ausgedruckt werden. Dieses ist bei der Deutschen Bahn ausgefüllt mit ihrer Fahrkarte einzureichen. Generell gilt: Erst wenn ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät an sein Ziel kommt, muss das verantwortliche Bahnunternehmen ihm 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung erhöht sich die Erstattung auf 50 Prozent.

Welche Alternativen zur Bahn gibt es?
  1. Mitfahrgelegenheiten: Um unkompliziert ans nächste Ziel zu gelangen, kann man sich im Netz auf zahlreichen Portalen Mitfahrer oder Fahrer suchen. Die Spritkosten werden dann durch alle Mitfahrer geteilt. Auf www.blablacar.de und www.mitfahrgelegenheit.de werden zahlreiche Mitfahrgelegenheiten angeboten und gesucht.
  2. Busse: Für längere Strecken sind Fernbusse eine gute Alternative zur Bahn. Einige Anbieter fahren mittlerweile auch größere Städte in Schleswig-Holstein an. Auf www.flixbus.de und www.fernbusse.de kann man online Strecken buchen.
Welche Bahnen fahren in SH und Hamburg?

Nordbahn: Hier wird nicht gestreikt. Die Lokführerstreiks bei der Deutschen Bahn können jedoch auch Auswirkungen auf den Zugverkehr der Nordbahn haben. Verspätungen seien möglich, weil sich der Streik bei der Deutschen Bahn möglicherweise auf den gesamten Bahnverkehr auf dem Netz auswirke. Die Nordbahn fährt von Neumünster Richtung Büsum sowie Richtung Bald Oldesloe.

AKN: Hier wird nicht gestreikt. Die AKN bedient die Linien Hamburg-Neumünster, Ulzburg Süd-Norderstedt Mitte und Ulzburg-Süd nach Elmshorn. Verspätungen sind ebenfalls möglich. Das Service-Telefon ist unter 04191-933933 zu erreichen.

Sylt-Shuttle: Die Verbindung von und nach Sylt ist nach Angaben der Bahn nicht vom GDL-Streik betroffen.

Nord-Ostsee-Bahn: Sie fährt von Hamburg-Altona über Husum nach Westerland. Außerdem bietet die NOB zahlreiche Busverbindungen an. Auch wenn die NOB nicht bestreikt wird, kann es vereinzelt zu Behinderungen kommen. Aktuelle Informationen erhalten gibt es unter der 24h-Servicenummer (01807-662662). Die ersten 30 Sekunden sind für Festnetz und Handy kostenfrei. Festnetz: Danach 14 Ct/Min., Handy: Max. 42 Ct/Min.

NEG: In Nordfriesland bietet die NEG unabhängig vom Streik Züge von Niebüll nach Dagebüll Mole an, wo Schiffsfähren nach Amrum und Föhr ablegen.

Metronom: Von Hamburg-Harburg aus, fährt der Metronom auch an den Streiktagen nach Lüneburg, Hannover und Göttingen.

HKX: Auch die Züge der Hamburg-Köln-Express GmbH fahren planmäßig. Das Unternehmen erwartet eine hohe Nachfrage und informiert über Twitter und Facebook sowie auf hkx.de über Verspätungen und aktuelle Ereignisse.

Hamburger S-Bahn: Die Hauptlinien fahren nur im 20-Minuten-Takt. Die Verstärkungslinien S11 und S2 fallen ganz aus.

Die Hauptverbindungen von Hamburg nach Kiel, Lübeck und Flensburg werden nur von der DB betrieben, die von der Lokführergewerkschaft GDL von Mittwoch bis Donnerstag früh bestreikt wird. Diese Haupt-Nahverkehrsstrecken werden stündlich bedient. Fernzüge fahren deutlich seltener als üblich.

 
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erstellt am 21.Apr.2015 | 12:39 Uhr

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